Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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) Souveränität.

Lügen zersteubt, haben die alten Deutschen gesagt,das denn ein Regent wohl merken muß. Den Geizbetreffend, so taugt ein geiziger, eigennütziger Regentnirgend zu. Der Geiz blendet und betrügt ihn der-maßen, daß er seine Regierung nicht wie ein Ver-ständiger treulich vorsteht, sondern den Hund hinkenlaßt und Geschenke nimmt über den Unschuldigen, wiekann er da verhüten, daß nicht viel Unrechts geschehe?

Vom dritten Punkte. Wie sich ein junger Fürstoder Herr gegen seine Unterthanen verhaltensolle? — Er muß vor allen Dingen wissen und ver-stehen, daß er von Gott über seine Unterthanen nichtanders gesetzt sei, wie ein Vater über seine leiblicheKinder, und daß es recht und wohl gesagt werden:Ein Fürst hat so viel Kinder, als er Unterthanenhat. — Ein Herr sott wissen, daß er schuldig ist, fürseine Unterthanen so zu sorgen, daß sie unter seinemRegimente ihre nothdürftige Unterhaltung, Nahrungund Stücklein Brod's mit Gott und Ehren habenmögen, und daß er seine Unterthanen mit allzugroßerund prächtiger Hofhaltung, mit überflüssigen Tischen,Banketen und Lüsten, unnöthigen Satzungen, Fron-dienste», Gebäuden, Um» beschwerlichen Jagden undandern Neuerungen nicht belegen soll. O, wie man-cher Regent wird heutiges Tages gefunden, der sichin seiner Hoheit dünken läßt, er dürfe wider seinearmen Unterthanen vornehmen, was ihm nur beliebt,hält seine armen Leute wie Hunde, belästiget sie un-menschlicher Weise, meinend, er habe dessen guteMacht, er sei ja Herr, Niemand habe ihm einzure-den, sein Wille sey sein Recht, und machet daher ausdem heiligen, hohen Namen der Obrigkeit einen eitlenSchanddeckcl, unter dein er allen Muthwillen, ohneScheu und Scham, mit Trotz und Ruhm greulichübt; dazu denn auch gottlose und unbarmherzige Räthe,die ihr Lebenlang keine Armuth versucht und nichtwissen, wie einem armen Manne zu Muthe ist, mei-sterlich helfen. Das ist unrecht, und ein solcherRegent hat keinen Verstand und weiß nicht, wie erseine Unterthanen halten soll, wenn er ihnen Hautund Haar abschinden und das Mark aus den Bei-nen saugen will. — Wissen soll er vielmehr, daß seine