Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Souveränität. 103

sieb gewinnen sie dann ihren Herr», wie emsig betensie für ihn, und wie vielem Unrechte kann hierdurchgewehrt werden, wenn ein Regent seine Unterthanengern hört. —

Vorn vierten Punkt, wie sich ein Fürst oder Herrgegen seine Rathe verhalten soll. — Weil eö lei,der! in der jetzigen Welt dahin kommen, daß an gro-ßen Fürsten und Herren Hosen viele Weltkinder und vorder Welt ansehnliche Leute sich nicht allein der gutenKünste und Schrcibfeder schämen und nichts lernenwollen, sondern auch andere hochverständige gelehrteLeute, deren Fürsten und Herrn in der Regierungnicht entbehren können, im Grunde ihres Herzens ver-achten, sie lose Schreiber, Tinrenfresscr/Blackscheißer,und weiß nicht wie aus Verachtung nennen und alsoauss allerschändlichste von ihnen reden, als an denennicht viel gelegen ist, weil auch jetzt gedachte unge-nannte ihnen einbilden, wenn sie nur weidlich stachen,martern, wunden und sacramentcn können, daß derHimmel sich dagegen entfärben, die Sonne verschwarzenund der Erdboden dafür erschüttern möchte, oder wennsie ein wenig mit der Reiterei umgehen, ein PaarBeine über ein Pferd schlenkern oder einen Gaul freiherumwerfen und tummeln können, ey so stehe das Heileines Regiments auf ihnen. Wie denn auch viele jungeRegenten hin und wieder gefunden werden, die sichüber solche Leute höchlich verwundern und sich bedün-ken lassen, wenn sie ohne solche Leute seyn sollten,könnten sie keine Fürsteu, keine Herren seyn, und dasRegiment nicht führen; dagegen soll ein junger Fürstund Herr verstehen, daß man einen weisen und gutenRegenten an seinen Narben erkennt, und bedenken, —daß er in seinem Regimente nichts übler, denn gott-seliger, hochverstandige,-, gelehrter Leute und guterSchreiber entrathen könne, wenn er nicht ohne Ver-stand regieren will. Deswegen, wenn ein Regent insein Amt treten will, soll er Gott um treue, weise,und christliche Räthe und Diener anrufen, findet ersolche in der Regierung oder sieht sich darnach um,und der liebe Gott zeiget sie nicht allein, sondern giebtsie ihm auch, so soll er solche Leute für ein sonderlichesGeschenk und Gabe Gottes erkennen und seinen Gott