Spalten. 151
der Diamantenstaub fällt, der eine gegen den anderngehalten, und mit dem länglichen der andere durchHin- und Herfahren eingekerbt. Man muß dazumehrere Schneidediamanten haben, weil sie leichtstumpf werden. Ist dieses geschehen, so wird der aufdiese Art eingekerbte Diamant mit seinem hölzernenGriffe in ein Stück Bley, das ein Loch hat, woreindas Instrument paßt, gesteckt, in die eingekerbte Ver-tiefung ein Stahl gesetzt, und nur einmal darauf ge-schlagen, da dann der Diamant in einer dem Augeunmerklichen Ritze zerspringt, und, wenn die Kompo-sition, in der er eingefaßt ist, über einer Lampe, dieLurch Weingeist genährt wird oder brennt, weich ge-worden, er herausgenommen wird und von einanderfällt. Die große Kunst bei dieser an sich sehr leichtscheinenden Arbeit, besteht darin, den Diamant der-gestalt zu stellen, daß man die Ritze gerade nach derRichtung seiner Blätter anlegt, weil er sich nach kei-ner andern Lage spalten läßt. Man kann sich nur erstnach langer Uebung mit dieser Natur des Diamantenbekannt machen. Wenn die Diamanten gespalten sind,so werden sie, um sie von dem daran klebenden Un-rathe zu befreien, in einem kleinen eisernen Ofen ge-glüht, wodurch sich ihre Farbe nicht verändert; siewird nicht weißer; im Gegentheil kann man die Dia-manten verderben, wenn das Glühen übertriebenwird. — Figürlich heißt es auch noch durch Uneinig-keit trennen. Die Menge der Stadt spaltetesich, Apost. 14, 4., eine im Hochdeutschen veralteteBedeutung, in welcher noch das Hauptwort die S pa l-tung üblich ist, so auch daö Spalten. Eine Spal-tung in der Kirche, in der Sitzung, in derDeputirtenkammer, im Parlament rc. NachAdelung kommt dieses Wort beim Notker undOttfried vor, und heißt daselbst spnll-m, bei demStryker spiltun, im Niedersächsischen spellern