164 Spange.
Spange, Spangen, im Bergbaue, die ausge-zimmerten Bäume, welche man auf die Spundstückebohrt, damit das Fluder um so tiefer werde. Ade-lung sagt, daß man bei einer näheren Kenntniß dieserTheile, die wahre Bedeutung dieses Wortes wird umso leichter bestimmen können, ob es zu Span, einBrett, oder zu Span, ein Behältniß, oder zu demfolgenden Spange, oder endlich zu dem Zeitworte^spannen gehört. Nach dem genannten Schriftstellerist im Schwedischen ein Blech, dünnes Brett,oder ein dünner Balken.
Die Span g'e ist auch eine Spitze oder ein spitzigesDing, ein spitziges Werkzeug, in welchem Verständees aber veraltet ist; nur im Oesterreichischen und ineinigen andern Oberdeutschen Gegenden werden auchdie Stecknadeln Spangel, Spingel, Spängel-nädeln und Span nadeln genannt, wahrschein-lich wegen ihrer zum Stechen dienlichen Spitze. —In noch weiterer -Bedeutung nannte man auch einspitziges in einem Ringe eingefaßtes Werkzeug, ver-schiedene Theile der Kleidungsstücke zusammenzuhalten,eine Spange, in welcher Bedeutung es nur nochin einigen gemeinen Sprecharten üblich ist, wogegenman in den anständigern dafür Schnalle gebraucht.Schuhspangen, Arm spangen, Gürte lspan-g en. — In noch weiterem Verstände werden auchverschiedene Arten des Geschmeides, wenn sie zierlichgearbeitet waren, mit diesem Namen belegt, wenngleich keine eigentliche Spange darin befindlich war.So sind A r m spangen, dergleichen Geschmeide anLeu Annen, O hrenspangcn, Ohrcngchcnkc :r.In dieser Bedeutung ist es im Hochdeutschen gleich-falls veraltet, ob es gleich in derselben noch mehrmalsin der Deutschen Bibel vorkommt. Nach Adelungist es in dieser hier angeführten Bedeutung noch un-gewiß, ob es von dem alten Spange, ein Blech,