Spanien. 193
chischen Hause ward dieser Gegenstand ganz vergessen,weil, wie schon oben bemerkt worden, die Amerikani-schen Besitzungen reichliche Ausbeute lieferten; nur erstin der neueren Zeit fing man wieder an, auf die Berg-werke im Lande, die Spanischen, Aufmerksamkeit zuverwenden. In den ersten Lüstres dieses Jahrhun-derts arbeitete man nur in einem einzigen Bergwerkeauf Silber, nach Gold wurde gar nicht gesucht. Kup-fer wurde aus zwei Gruben gewonnen, jährlich unge-fähr an 600 Centner. Zinn gewinnt man nur auseinem einzigen Bergwerke bei Monte de Rey. Amstärksten betreibt man den Bergbau auf Eisen, Bleyund Quecksilber in mehreren Provinzen. Die reich-sten Bleygruben sind in Jaen und Granada. In derGegend des Städtchens Canjager sind allein 11?Bleygruben im Gange. Die O.uecksilberbergwerkebei Almada in la Mancha geben allein 2000 Ar-beitern Brod, und liefern jährlich 15 — 20,000 Cent-ner Quecksilber und ungefähr 60 Centner Zinnober.Ausserdem wird noch in Valenzia auf Quecksilber, undin andern Orten auf Kobalt und auf Galmey gearbeitet.Steinkohlen gräbt man nur inKatalonien,Schwefel aberin Asturien, Aragonien, Granada und Andalusien.Vitriol- und Alaunwerke sind zu Alcares inAragonien,auch waren viele Mühl-, Schleif- und Baustein-, Mar-mor- und Alabasterbrüche im Bau.
Was die Manufakturen und Fabriken be-trifft, so stehen diese noch lange nicht auf der Höhe, wosie seyn könnten, wenn in diesen Zweigen mehr Thä-tigkeit und Aufmerksamkeit herrschte; denn was daringeschieht, ist zwar schon ansehnlich, aber immer nochnicht hinreichend; auch fehlt das Zutraun, besondersbei Ausländern; denn wenn gleich dieRegierung geschick-ten Ausländern ansehnliche Vorrechte gestattet, fähigeInländer in auswärtige Fabrikörter auf ihre Kostenzur Vervollkommnung reisen läßt; denjenigen öffent-Oec. rechn. Em. Theil 61.VI. N