Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spanien. 225

Orry dreimal nach Spanien kommen, um Verbesse-rungen in dem Finanzzustand des Reichs zu machen,welches nicht nur nach Wunsch geschah, sondern manmachte auch von Zeit zu Zeit mehrere, besonders unterKönig Ferdinand dem Sechsten, wahrend desMinisteriums des Staatssekretairs Marquis de laEnsenada. — Die Einkünfte der Krone sind theilsallgemeine, theils Provinzialrenten; zu jenen gehörendie Zölle, Monopolien mit Tabak, Salz, Quecksilber,Bley, Schießpulver; der Ertrag des Post- undMünz-wesenö, des Stempelpapiers, der Kreuzbulle; die Ge-falle der Großmeisterthume der Ritterorden rc. DieProvinzialrenten treffen eigentlich nur die Kastiliani-schen Provinzen, und sollen sehr verwickelt und viel-fältig seyn. Es gehört darunter die Millionensteuer,welche in einer Auflage aufWein, Fleisch, Essig, Oel,gesalzene Fische, Zucker, Papier:c. besteht; die Fami-liensteuer, die nur von Bürgern und Bauern bezahltwird; die Alcavala, welche 10 von 100 von Allem,was verkauft oder vertauscht wird, nimmt, wenn näm-lich der Verkauf aus der ersten Hand geschieht, wennaber die Sachen vereinzelt werden, 14 von 100; dieAuflage auf Getränke rc. Die Aragonischen Provin-zen sind besser daran: denn wenn sie gleich unter denKönigen aus dem Bourbonischen Stamme mehr be-zahlen, als unter denen aus dem Oesterreichischen, soist doch die Art Steuern auszulegen ihrer Willkührüberlassen; und das, was ihre Strafe seyn sollte (we-gen der Anhänglichkeit an Karl von Oesterreichim Spanischen Successionökriege), wurde für sie, inVcrglcichuug mit den Provinzen von Kastilien, eineErleichterung. Navarra ist von den Provinzialrentenvöllig und zum Theil auch von den allgemeinen frei;und die übrigen Gefalle werden zur eigenen Bedürf-niß des Bodens verwendet. Dieser Finanzzustand hataber jetzt theilweise eine andere Einrichtung erhalten.

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