Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spannkraft. 303

Noch deutlicher gewahrt man dasselbe, wenn man eineschmale und lange stählerne Platte, oder ein hölzernesLineal, oder ein längliches Stück Horn, oder andereähnliche Körper an einem Ende auf einem Tische be-festiget, und an dem andern ein proportionirtes Gewichtanhängt. Diese Körper machen nun hier einen Bo-gen, an welchem die obern Theile auseinander und dieuntern näher zusammentreten. Dieselbe Erscheinungzeigt sich auch an einem Ringe von Federharz oder dün-nem Stahle, wenn man ihn zusammendrückt. Auchgeschieht dieses an einer elastischen Kugel, besondersvon Elfenbein, wenn sie auf einen harten Körper fällt.Nur ein einziger Körper macht hier eine Ausnahme,die Luft, bei welcher, wenn sie zusammengepreßt wird,alle Theile näher aneinander kommen. — 2) Bei vie-len Gelegenheiten gewahrt man deutlich, daß die Ela-sticität sich nach der verschiedenen Dichtigkeit, also nachdem verschiedenen Grade desZusammenhanges richtet.Die Metalle werden durch Hämmern dichter und mehrelastisch. Nach Musschenbröcks Untersuchungenund Berechnungen verhält sich sehr elastischer Stahlzum weichen wie 7809 zu7738. So werden Eisen undStahl auch elastischer, wenn sie glühend in kaltemWasser abgelöscht werden. — 3) Man bemerkt allge-mein, daß die Körper am wenigsten elastisch sind, diein Ansehung ihres Zusammenhanges mit den weichenKörpern größere oder geringere Aehnlichkeit haben.— 4) Macht die Wärme beinahe alle Körper wenigerelastisch, welches wahrscheinlich daher kommt, weil sieden Zusammenhang der Körper vermindert.

Wenn man nun auch annimmt, daß die anziehendeKraft den größten Einfluß auf die Elasticität äußert,so ist sie doch nicht die alleinige Ursache, wenn sie gleichsehr viel für sich hat; denn die Luft hat gewiß aucheinen großen Antheil; nicht allein die von außen aufdie Körper wirkende, sondern auch diejenige, und wohl