Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spannkraft. 309

genommen worden seyn. Essig und alle saure Sachen,kaltes Wasser, nur nicht bei erhitztem Körper, in-gleichen hinlängliche Leibesbewegungen und eine trockneLebensart sind vermögend dem Körper eine starkeSpannkraft zu verschaffen. Selbst Arbeit stärkt denKörper, wie schon Celsus berichtet: Arbeit giebtdem Körper Kraft; Müßiggang macht ihn dagegenschlaff. Auch scharfschmeckende Sachen reizen dasGesühlssystem, ob man ihnen aber auch die Kraft zu-schreiben könne, den Körper stark zu machen, daranmuß man wohl zweifeln; sie dienen vielleicht der er-schlafften Welkheit, der schwachen Spannkraft mehr.Wer kaltes Wafler zu trinken gewohnt ist, sieht starkaus, weil das Wasser den Magen stärkt und vermögeseiner Kälte eine Reizung zu einer guten Verdauungerregt. Man kann sich daher nicht wundern, wennvermöge dieser Reizung der Nerven ein Schaueröfters den ganzen Leib überfällt. Wer sich saurer undscharfer, jedoch nicht gewürzter Speisen öfters be-dient, der wird sich nichte Gewisseres, als eine merk-liche Stärke des Körpers zuziehen, weil scharfe undsaure Sachen die Vollblütigkeit vermindern, indem sie,vermöge ihrer Schärfe, die zur Absonderung undSaftausleerung bestimmten Werkzeuge reizen, so daßdie auszuleerende Feuchtigkeiten in großer Menge ab-geführt werden. Da nun das Blut auf diese Artvermindert werden muß, so kann man leicht einsehen, daß der Körper, wenn er übrigens seinen diä-tetischen Gang geht, so leicht in keine Schwäche ver-fallen kann. Wer daher stets mäßig lebt, eine trockneLebensart führt, und dabei wenig schläft, wird eben-falls stark von Körper seyn. In allen diesen Fällenwird nur wenig Blut erzeugt, sondern es pflegt auchin den Blutgefäßen eine stärkere und lebhaftere Zu-sammenziehungökrast zu entstehen, weil keine allzu-große Menge des Blute den Gefäßen Widerstand