318 Spannkraft.
doch nachher, nach den zitternden Schwankungen,Geschwülste, Wassersucht und verschiedene abzehrendeKrankheiten. Selbst der Tod wird durch den tägli-chen und übermäßigen Gebrauch dieses Getränkesherbeigeführt, weil durch die Schwächung der anima-lischen Spannkraft das Geblüt leidet und zähe ge-macht wird, so daß es seinen freien Umlauf nicht mehrverrichten kann, und die elastischen Fasern der Organezuletzt, von dem unaufhörlichen Reize ermattet, ein-schrumpfen.
Hier nun einige Regeln, wie man sich eine natür-liche Spannung oder Elasticität eigen machen kann.Alles, was die festen Theile stärken und in denselbeneine lebhafte Kraft zu wirken hervorbringen kann, istauch vermögend dem Körper eine regelmäßige Span-nung zu verschaffen. Wenn man daher dem Körperdie gehörige Spannkraft erhalten und gesund bleibenwill, so muß man zum öfteren kalte Wafferbäder neh-men, und sich dann solcher innerlichen Mittel bedienen,welche im Stande sind, den Saft, welcher von derNatur dazu bestimmt ist, die Nerven in ihrer natür-liehen Spannung zu erhalten, in angemessener Mengeabzusetzen. Man bediene sich zum ordentlichen Ge-tränke des reinen kalten Wassers, in kleinen Zügenund außer aller Erhitzung, so wie zum Waschen desKopfes und ganzen Leibes. Will man solches nichtungemischt trinken, so kann man ihm etwas gutenWeinessig und Zucker, oder Citronensaft und Zuckeroder etwas Honig, auch Johannisbeer- und Kirschsaftbeimischen, oder man kann auch dem Trinkwasser miteinem guten Rheinweine oder einem etwas säuerlichenWeine einen angenehmen Geschmack geben. Auchetwas versüßten Salpetergeist, Hoffmannischen Li-quor oder eine andere saure Tinktur, wie die Rosen-oder Violentinktur dem Wasser zugesetzt, ist dem Kör-per sehr dienlich. Wer an den Wein gewöhnt ist.