Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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322 Spannkraft.

Minuten, den Tabaksrauch mit in Anschlag gebracht,jede Stubenluft schädlich. Gestattet es nicht dieWitterung, daß man sich durch einen Spaziergang,Lurch Reiten oder Fahren öfters eine Bewegung macht,so muß man den Körper zu Hause, z. B. durch etwasHolzsägen, täglich, vornehmlich vor dem Mittagsessen,in eine hinlängliche Thätigkeit setzen. Besonders trifftdieses die Gelehrten, deren Körper Tag und Nacht,oft ganze fünfzig Jahre lang schläft, indessen der Geistund das Auge ununterbrochen denkt und liest. — Fer-ner ist es noch nöthig auf die Gemüthsbewegungenund Leidenschaften zu achten. Es ist eine entschiedeneSache, daß alle lebhafte Aufwallungen des Blutesauf den Körper und dessen Gesundheit einen mächtigenEinfluß haben, indem der Affekt die Nerven lebhaftspannt und erschüttert, und als ein Organ durch alleNerven und Blutorgane wüthend stürmt. Ist dieSeele mißmüthig, so leidet auch die Spannkraft-desKörpers dadurch, und das ganze Lebenösystem wirktnun mißmüthig, so wie der Körper, wenn er sich nichtrecht wohl befindet, ebenfalls das Gemüth verdrießlichund den Gang seiner Geschäfte stockend macht. Sollaber der Körper völlig gesund seyn, das ist, seine ge-hörige Elasticität ausüben, so muß sich auch die Seelein einer ungestörten Zufriedenheit und in gehöriger»«leidenschaftlicher Geistesruhe befinden. In derThat kann man nicht vorsichtig genug seyn, allen un-angenehmen Empfindungen der Seele vorzubeugen,weil man nicht Herr von den Lebensauftritten ist,welche uns mittelbar oder gar unmittelbar erschüttern.Man bemühe sich, die ^eele durch keine andere, alsruhig angenehme Vorstellungen zu unterhalten. Manentwöhne sich also von allen Unarten, und überlassesich nicht der Wuth des Zorns, den Gezänken, demHange des Rechthabens und dem Neide. Manweiche dem Gram mit aller Sorgfalt aus, und man