Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Sparen. 329

Hülfe eines dünnen Messers herausziehen, oder dieBüchse zerschlagen, welches wohl das beste ist; dennwenn sie angefüllt ist, so stopft sich das Geld vor derOeffnung und eö kostet Mühe, es herauszubringen.Die Büchsen von Holz und Bleck) sind so eingerich-tet, daß man ein Schloß vorlegen kann. Die Größedieser Büchsen richtet sich nach dem Gelde, welchesgespart werden soll, und auch nach der Länge der Zeit,in welcher es geschieht. Im NiedersächssschenS p a r p o t t.

Sparen, I, ein regelmäßiges Zeitwort, welches indoppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Zeitwort derMittelgattung, schimmeln, faulen, in die Fäulnißgerathen, die Anwesenheit des Schimmels durch denGeruch verrathen, eine nur in einigen SüddeutschenGegenden übliche Bedeutung; eben daselbst ist auchder Sparen, der Schimmel, die Fäulniß.

II. Als ein thätiges Zeitwort, in die Fäulnißbringen. Die Weißgerber sparendieFelle, wennsie solche in eine schwache Kalkbrühe einweichen umsie zur starken vorzubereiten, wahrscheinlich, sagtAdelung, weil die Felle daselbst in einen geringenGrad der Fäulniß gesetzt werden. Der genannteSchriftsteller ist aoer der Meinung, da die FranzosenLiese Arbeit sauver nennen, daß eö zu dem folgendenZeitworte gerechnet werden muß, so daß der Begriffdes sparsamen Gebrauches der Kalkbrühe der herr-schende ist. In einigen Gegenden lautet dieses Wortin der ersten Bedeutung spuren, wospurig auchschimmlicht, feucht ist. Der Keller spuret, istspurig, wenn er durch den Geruch verdorbene Feuch-tigkeit verräth. Ehemals war Spork, Koth, Un-reinigkeit, und im Bergbaue wird es noch von allemtauben Gesteine an den Erzen gebraucht. Das Latein,«puren», das Franz, pourri, von putrickn«, und an-dere mehr sind damit verwandt.