330 Sparen.
Sparen H, ein regelmäßiges, thätiges Zeitwort,welches in verschiedenen, sehr nahe verwandten Be-deutungen gebraucht wird. 1. Zum künftigen Ge-brauche auHeben. (1) Eigentlich. Spare deineWeisheit bis zur andern Zeit, Sir. 32, 6.Du sparest die Gottlosen, daß sie gewürgetwerden, Jer. 12, 3. Der Himmel und dieErde werden durch sein Wort gesparet, daßsie zum Feuer behalten werden, 2, Petr. 3, ?.Spare deinGeld bis zueinerandernZeit.Erschöpfe deine Kräfte nicht über einenVerstorbenen, sondern spare sie für die Le-bendigen. — (2) Figürlich, wo der Nebenbegriffdes künftigen Gebrauches verschwindet, (rr) Erhalten,die unverletzte Fortdauer eines Dinges bewirken, eineim Hochdeutschen veraltete Bedeutung. In einigenGegenden des nördlichen Deutschlands sagt man noch:Gott spare dich gesund, erhalte dich gesund.Aus eben dieselbe Art heißt es schon im Ottfried:Ilion 8P3V 61 ' IM 20 Iil>6, den erhalte er nur beimLeben. — (I>) Aufschieben, verschieben. Sparedeine Buße nicht, bis du krank werdest.Sir. 18, 22. Die Arbeit bis auf eine andere Zeitsparen, in welcher Bedeutung doch verspüren üblicherist, — 2. In Anwendung einer Sache nicht mehrdavon anwenden, als zur jedesmaligen Absicht unent-behrlich nothwendig ist. (l) Eigentlich. Ich willdie Wahrheit nicht sparen, Weish. 6, 24.Der Landwirth sparet das Heu, wenn er allennicht äußerst nothwendigen Gebrauch desselben unter-läßt. Sie hatte keine (schminke gesparet,ihre Gesichtsfarbe zu heben. KeinenFleißund keine Kosten sparen. Im Oberdeutschenbraucht mau es in dieser Bedeutung gern mit derzweiten Endung. Bereite aus die Teppichedeiner Wohnung, spare sein nicht, Es. 54,2.