Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
340
JPEG-Download
 

340 Spargel.

vor Fuß eintreten, und dann das Beet wieder ebenharken. Bei diesem Verfahren scheint das Einlegendes Samens nicht nach der ersten Methode zu gesche-hen, weil sonst durch das Harken leicht die nur einenZoll tief gesteckten Körner wieder von der Erde ent-blößt werden können; daher müssen sie hier wohl tieferuntergebracht werden.

Sobald die jungen Spargelpflanzen eine Höhe von4 bis 6 Zoll erreicht haben, muß der Gärtner bei je-dem Stäbchen nur eine einzige, und zwar die stärkstePflanze stehen lassen, die übrigen aber behutsam aus-sieben, und entweder in ein dazu vorbereitetes Pflan-zenbeet auf unvorherzusehende Unfälle in Verrathverpflanzen oder verkaufen. Beim Ausziehen selbstmuß man vorher die Erde um die auszuziehendePflanze locker und los machen, und die Pflanze selbstMit allen Wurzeln gehörig ausheben, weil sonst jedein der Erde bleibende Wurzelfaser wieder dünneStangen treibt, wodurch nicht nur ein unordentlichesSpargelbeet entsteht, sondern auch die Hauptpflanzedurch diese jetzt gleichsam zu betrachtende Schmaroz-zcrpflanze an Kraft verliert, und dadurch die Pflanzein ihrem Wachsthums gehindert wird. Ferner ist esauch nöthig das Unkraut mit allem Fleiße den ganzenSommer über auszuziehen, und geschieht dieses, sowerden die Pflanzen gedeihen und man wird bis zumOctober weiter nichts auf dem Spargelfelde zu besor-gen haben. Manche Gärtner pflegen auf den Svar-gelbeeten noch als Nebennutzung Salat, Kohl rc. zuerziehen, welches aber nicht zu empfehlen ist, wennman recht dicken und saftigen Spargel erziehen will,und ist nur da zu entschuldigen, wo man ein Spar-gelbeet bloß als eine Nebensache betrachtet, und ausden andern Produkten einen größeren Gewinn zieht,worauf doch ein Gärtner sehen muß, dem seine Pro-dukte eine Handelswaare sind. Damit die jungen