Spargel. 349
weiter keine Pflege genießt, als daß er entweder oftmit dem auSgegäteten Unkraute beschüttet wird, oderdaß ihn das von den Hecken und Bäumen abfallendeLaub stärkt, oder wenn er von ungefähr in einemGartenbeete steht, von dem Dünger Nahrung hat,womit solches Beet zur Erziehung der darauf zu pflan-zenden Gewächse gedüngt wird. Man hat Spargel-stöcke sogar zwischen Johannisbeersträuchern wachsensehen, die keinen andern, auch noch so starken etwasnachgaben; ja man hat Beispiele, Laß sogar Stöckeoder Stengel aus einer Mauer herausgewachsen sind,und dennoch sehr starke Stangen getrieben haben; soauch in einem sehr niedrig gelegenen Garten, welcherwegen der Überschwemmung mit staubigem Sandeeinige Fuß erhöhet worden, wuchsen im klaren Sandean der Seite des Gartens, wohin nie Mist gekommen,Spargelstöcke, welche sehr gute und schmackhafteStangen trieben. Man gewahrt also hieraus, daßfetter Dünger eben nicht nöthig ist, um guten, starkenSpargel zu erziehen. Das so oft angerochene tiefeRissen der Beete ist gleichfalls nicht nöthig, wie manschon daraus gewahrt, daß der aus der Mauer her-vorgewachsene Stock gewiß die wenigste Erde hatte,und doch sehr gut gedeihet?. Daß die Wurzeln sotief schießen oder eindringen, wie in mehreren Garten-büchern angeführt worden, ist gleichfalls unrichtig;denn wenn man einen Spargelstock aus der Erdenimmt, wird man an demselben nicht finden, daß erseine Wurzeln viel tiefer getrieben habe, als er einge-legt worden; denn man wird solche vielmehr so, wiesie eingelegt worden, beinahe gerade aus und fast ho-rizontal gewachsen finden. Es bedarf daher keineskostbaren und mühsamen Riolenö, wenn anders derBoden unter dem Spargel noch einige Fuß tief guteErde oder auch nur Sand hat, damit das Wasserunter ihn einsinken kann und nicht an seiner Wurzel