Spargel. 351
nicht wäre gedüngt worden; ist dieses aber geschehen,so erspart man den Mist und braucht das Beet nureinige Fuß tief riolen zu lassen, welches zwar mühsa-mer, jedoch aber bei Ermangelung des Düngers oderneuer Erde eben so gut ist; weil dann aus der Tiefeneue Erde heraufkommt, in welche sich seit mehrerenJahren die nahrhaften Theile des Mlstes hinabgesenkthaben. In einem Erdreiche, in welchem schon Spar-gel gestanden, kann man keinen neuen Spargel anle-gen, weil aus diesem die ihm eigenthümlich nöthigenSäfte längst ausgezogen worden. Je tiefer der Spar-gel liegt, desto mehr Feuchtigkeit kann sich in der überihm liegenden Erde aufhalten, die den Wurzeln danndurch den Regen das ganze Jahr über nach und nachzugeführt wird; je tiefer er also liegt, desto mehr Nah-rung hat er, starke Stangen zu treiben. Auch Torf-erde ist dem Spargelbaue sehr günstig, so wie über-haupt alle Erde, die nicht fest zusammentrocknet undnicht zu feucht bleibt, wie der Lehm- oder Thonboden;denn m einem solchen Boden, der in einer Zeit znnaß, in der andern zu trocken ist, kann nie Spargelwachsen und gedeihen. Hier nun noch eine Bemer-kung beim Spargelbaue, nämlich: wenn man Spar-gelbeete im Herbste erhöhet, so schneide man die auf-geschossenen Stengel nie vorher, sondern erst nachgeschehener Erhöhung ab, damit die Stürzen über derErde hervorstehen. Durch diese Stürzen behalt dieSpargelstaude mit der äußeren Luft eine Verbindung,und treibt aus der Tiefe neben den nachher wie Schilfverdorrenden, vorigjährigcn Stangen, die neuen Sten-gel hervor, oder die neuen Stengel treiben auch wohl inden nun ausgetrockneten und inwendig hohl geworde-nen, vorjährigen Stangen als aus einem Futterale her-auf. Schneidet man aber die dürren Stengel imHerbste über der Erde ab, und erhöhet dann das Beet,so daß die Stürzen mit Erde bedeckt werden, so wird