Spargel. 359
dieser Vorschrift Spargel treiben will, muß man,wenn man die dazu nöthigen Pflanzen nicht etwa vonAnderen kaufen will, zu diesem Zwecke jährlich aufsNeue so viele Pflanzen auspflanzen, als man nachherzum Treiben nöthig zu haben glaubt. Wie vielePflanzen man zu jedem Fenster nöthig habe, kannman leicht nach folgendem Maaßstabe bestimmen.Wenn sie nämlich ausdrücklich in der Absicht ausge-pflanzt werden, daß sie nach zwei oder drei Jahren zumTreiben gebraucht werden sollen, und man folglich aufjedes Pflanzenbeet sechs Reihen pflanzt, vier Rei-hen nur 10 Zoll weit von einander macht, und diePflanzen in den Reihen nur 8 bis 9 Zoll von einan-der setzt, die Pflanzung gut einschlägt, und nur wenigPflanzen zurück bleiben; so pflegt eine Ruthe Landso viele Pflanzen zu fassen, als unter ein Fenster nöthigsind. Wenn aber die Reihen weiter auseinander undauf ein Beet weniger Reihen gemacht werden, dannmuß man aufein Fenster ein größeres Stück Land rech-nen. Eine Ruthe solcher zum Treiben gezogenerPflanzen pflegen die Londner Pflanzengärkner, nach-dem die Pflanzen entweder erst zwei oder schon dreiJahre verpflanzt gestanden haben, und die Reihen mehroder weniger vollzählig sind, für 6 bis 10 SchillingSterl. zu verkaufen. Zu einem Treibbeete von dreiFenstern sind, je nachdem die Pflanzen entweder stär-ker oder schwächer sind, 5,0 bis 700 und oft nochmehr Pflanzen nöthig. Die Londner Küchengärtnernehmen zum Treiben meistens solche Pflanzen, welchezwei Jahre verpflanzt gestanden haben. Wenn aberder Boden, in welchem sie stehen, nicht vorzüglich gutist, so ist es besser sie drei Jahre stehen zu lasten; dennschwache Pflanzen treiben nur dünne Stangen, wieauch schon oben, S. 348, angeführt worden, und sindder Mühe des Treibens nicht werth. Der beste Bo-den für die zum Treiben bestimmten zu versehenden