Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spargel.

Wurzel hat; denn auf einem Beete, wo man in einemJahre lauter Stengel findet, welche Blumen haben,die männlich sind, wird im folgenden Jahre nie einStengel mit rothen Beeren hervorkommen, sondernmännlich und weiblich bleibt immer verschieden; ebenso verschieden ist aber auch der Geschmack der Spar-gelstangen. Die männlichen schmecken milder undangenehmer, als die weiblichen, und wenn beide un-tereinander gemischt zu Tische kommen, lassen sich dieweiblichen von den mäunlichen durch einen abweichen-den Geschmack leicht unterscheiden. Ein Liebhaberder Gärtnerey hatte in seinem Garten zwei ziemlichalte Spargelbeete neben einander, auf dem einen wa-ren Pflanzen männlichen Geschlechts, auf dem andernmehrere des weiblichen. Da er nun bemerkte, daßder Geschmack der Beete nicht einerlei sei, so gab ergenau auf das eine Beet acht, indem er Samen davonerwartete, mit dem er ein neues Beet anlegen wollte,da die Spargelstangen so wohlschmeckend waren. Eszeigte sich aber auf diesem Beete niemals ein einzigerStengel, der Beeren oder Samen gebracht hätte.Dieses giebt den Beweis, daß man, wie schon obenangeführt worden, eine größere Anzahl Stengel zumSamen aussuchen muß. Da an einem Stengelziemlich viel Beeren wachsen, deren jede zwei bis dreiKörner in sich enthält, so räth ein Praktiker an, einigeDuhend zum Samen zu bestimmen; denn wenn mannicht auf männliche Pflanzen zu rechnen nöthig hätte,würde man von einigen Stengeln schon genug Samenbekommen. Der Same ist jedoch dann nur frucht-bar, wenn er vom Samenstaube männlicher Pflanzenist befruchtet worden. Gegen das Ende des Septem-bers pflegen die Samenbeeren völlig reif zu seyn.Der Laye im Spargelbaue glaubt öfters bei dem erstenAnblicke schwarzer Samen, daß auch die erst nach dergewöhnlichen Spargelzeit, das ist, nach Johannis, in