364 Spargel.
müssen, damit der Stock starker wird, in die Höhe ge-hen; denn je mehr Stangen man sticht, desto mehrStangen treibt der Stock; aber um so dünner werdenauch die Stangen, und um so eher gehen die Stöckezu Ende. Zum Stechen bedient man sich eines schar-fen Messers, mit einer ziemlich langen, schmalen undvorne nicht rund gebogenen, sondern spih zugehendenKlinge. Eine vorne brüchige Klinge schneidet dieStangen nicht gerade ab, sondern macht, daß man zumNachtheile des Stocks nachstechen muß, und dieStange nicht mit einem Schnitte abschneiden kann.Wenn man eine Stange stechen will, muß man erstnachsehen, ob nicht neben derselben noch mehr Scan-gen hervortreiben, die man sonst beim Abschneiden be-schädigen könnte; ist dieses nun nicht der Fall, so mußman an der einen Seite der Stange die Erde mit demMesser einige Zoll tief behutsam zur Seite scharren,und dann unten in dieser gemachten Oeffnung schrägein der Stange hinunter und sie mit einem Schnitteabschneiden. Schnitte man die Stange in die Quereab, so würde man diejenige, welche etwa neben ihrhervortceibt, verletzen, und ihr Hervortreiben hindern;schneidet man, wenn der Spargel nicht tief genugliegt, mit dem Messer in die Krone des Stockes, sotödket man den ganzen Stock. Nie müßen Stangengestochen werden, welche bereits über 2 Zoll hoch her-vorgeschossen sind. In recht warmen Tagen treibtder Spargel sehr häufig hervor, und wenn man ihnnun alle Morgen sticht, so verliert derjenige, welchergleich nach dem Stechen hervorgeschossen ist, und bisan den andern Morgen stehen bleibt, seine Farbe.Um ihm nun sowohl die Farbe, als auch ihn selbst zartzu erhalten, lasse man sich, nachdem man viel Spargelhat, von dem Töpfer hundert oder mehr 3 Zoll hoheKruken, von der Art, wie man sie in den Apothekenzu den Salben gebraucht, das heißt, worein man die