Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Sparkasse. 365

ohne die geringste Einschränkung in Hinsicht seinerBedürfnisse erhalten zu haben. Man gewahrt hier-aus, daß durch die unzeitige Fürsorge der Eltern, Allesfür ihre Kinder zu thun, ihnen jeden Schaden zu er-sehen und jeden Wunsch zu erfüllen, der Leichtsinn,die Unerfahrenheit, und daher die verschwenderischeUnachtsamkeit »»gemein vermehrt wird. Wofür sollderjenige sorgen, dem Andere seine Bedürfnisse, seinePhantasien in Allem befriedigen? Was soll er mitseinem Gelde anfangen, wozu soll er's ersparen, auf-bewahren, oder sich die Mühe geben, es zu Rathe zuhalten, wenn er versichert ist, daß es ihm an nichtsfehlen wird? Junge Leute rechnen nicht auf die Zu-kunft, sondern sind bloß für die Gegenwart bedacht.Werden sie nun nicht mit einer gewissen Beschrän-kung in Hinsicht ihrer Oekonomie erzogen, so verliertsich auch der Reiz zur Vorsicht und Klugheit. Einenatürliche Unachtsamkeit ist nicht furchtbar, wohl abereine Unachtsamkeit, die aus Verhätschelung entsteht.Erstere wird durch die tägliche Erfahrung verbessert;Letztere kann aber nicht verbessert werden, weil dieErfahrungen dabei gar nicht berücksichtiget werden,oder keine Schlüsse aus der Erfahrung gezogen wer-den können, weil man diese gar nicht kennt.

Am besten ist es, dem Kinde nicht eher Geld unterdie Hände zu geben, bis eö wenigstens die vier Spe-cies der Rechenkunst gelernt hätte, und durch seinezu führende Rechnung den praktischen Nutzen jenerKunst gleich anschaulich erkennen kann. Das Kindwird gewiß dadurch zn einem größeren Fleiße in dieserKunst ermuntert, wenn man ihm verspräche durchAnlegung einer kleinen Kasse, den reellen Nutzen sei-ner erlernten Kunst einzusehen. Ist Belohnung oderErmunterung des Fleißes durch Geld in irgend einemFalle zuläßig, ohne die Übeln Folgen befürchten zudürfen, welche bei Erweiterung eines solchen Erzie-Oec. rechn. Enc. Theil 6I-V1. B b