Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
386
JPEG-Download
 

386 Sparkasse.

hungsplanes ohne Zweifel entstehen würden, so ist siees gewiß in dem Punkte, wovon die Rede ist, weildas Geld mit dieser Kunst in einem so nahen Ver-hältnisse steht. Der Satz: Daß man von einemKinde keine kluge Haushaltung erwartendürfe, ist richtig, wenn von einer großen Haus-haltung und von der Klugheit, die nur mit demreifen Alter verbunden ist, die Rede seyn soll. Mandarf aber aus jener an sich richtigen Bemerkung nichtmehr schließen, als aus derselben gefolgert werdendarf; denn kann das Kind, der Knabe oder das Mäd-chen, noch nicht haushalten als Mann, so lasse manes haushalten als Kind. Man versuche das im Klei-nen, was einst im Großen geschehen soll. Oder mansei unbekümmert um die Haushaltung des Kindes;unbekümmert um Belehrung und Leitung zur Vor-sicht, Ordnung und Klugheit, welche kluge Haus-haltung darf man nach diesem Plane oder vielmehrnach dieser Planlosigkeit der Erziehung dann erwarten,wenn das Kind Jüngling, und der Jüngling Mannwird? Daß eigene Erfahrung den Erwachse-nen ohne Anweisung klug mach enwird, istwahr, mehr denn zu wahr; allein sehr oft erst mit großenVerlusten, mit großem Schaden, so daß er es gewißbedauert, nicht früher klug geworden zu seyn. DieErfahrung wird ihn klug machen, wie die äußersteNoth Jemanden klug macht oder machen kann; alleinwird auch die reifere Vernunft so leicht über herr-schende Gefühle oder Gewohnheiten siegen ? und werdendiese nicht das Aeußerste versuchen, sich zu behaupten?—Diese oben von Eltern und Erziehern aufgestelltenSätze führen nun auf die Sparkasse n für Kindervon einem gewissen Alter. Mehrere Eltern und Er-zieher sind gegen die Sparkassen, und widerrathen sieaus dem Grunde, weil sie ein Mittel abgeben, dieKinder eigennützig und geizig zu machen. Ganz un- .