Sparkasse. 393
oder in der Sparkasse hat, daß es das gewöhnliche Es-sen und Trinken oder Kleidung bezahlen kann, so müs-sen die Eltern demselben auf Rechnung oder gegenZinsen vorschießen, wenn das Kind an dem Mangelunschuldig ist; im andern Falle soll es nicht mit ander Eltern Tisch essen, sondern geringere Kost, allen-falls Brod und Wasser, auch nur die unumgänglichnöthige Kleidung bekommen, nicht weil die Eltern esstrafen wollen, sondern weil es der natürliche Gang derWelt ist, daß Niemand mehr Annehmlichkeiten desLebens genieße, als die er verdient oder bezahlen kann.Der hier gemachte Vorschlag soll nun auf alle Kindergehen, sie mögen für Kopf- oder für Handarbeit erzo-gen werden. Der Knabe, der ein Exercitium macht,oder etwas auswendig lernt, muß solches eben so wohlbezahlt bekommen, als ein Mädchen, das ein PaarStrümpfe gestrickt, oder ein Loop Garn gesponnen,oder sonst eine weibliche Handarbeit gemacht hat. Inbeiden Fällen, setzt der Verfasser hinzu, werden die El-tern nicht ärmer, aber ihre Kinder fühlen es handgreif-lich, daß Fleiß und Geschicklichkeit der sicherste Wegzum Glücke ist. Auf diese Weise wird die Jugend mittausend andern Gegenständen, als: Rechnen undSchreiben, Handel und Wandel rc. auf die leichtesteArt bekannt, und lernt sie ausüben.
Diese vorgeschlagene Erziehungsmethode, um Kin-der schon früh den Gebrauch der Zeit und des.GeldeS,Fleiß'und Sparsamkeit zu lehren, wird gewiß diemeisten Gegner finden, weil sie die kindliche Liebe ver-nichtet und gleichsam schon früh die Kinder zu einergewissen Selbstständigkeit berechtiget, von deren Werthsie noch keinen richtigen Begriffhaben und haben dür-fen, weil dieser sie nur in den Jahren ohne Erfahrung,ohne den Kompaß der Vernunft, zur Selbstliebe, zumEigendünkel, zum Stolz und zu so vielen andern da-mit verknüpften Neigungen führen würde, welche in