Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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394 Sparkasse.

den Jahren, wo der Jüngling sich zu seinem künftigenBerufe, das Mädchen zur künftigen Hausfrau aus-bilden sollen, sie oft in dem Umgänge mit Andern un-ausstehlich macht, weil Rechthaberei, Unbescheidenheit,Neid rc. ihre Gefährten sind. Blicken wir zuerst aufdie Kinder armer Eitern in der niedern Sphäre desLebens, so würde bei diesen die oben angeführte Erzie-hungsmethode am meisten nachteilig wirken; dennhier sind die Kinder oft genöthiget außer dem Hause,in Fabriken, Manufakturen und andern Gewerbendurch Handarbeiten etwas zu verdienen, und diesenwöchentlichen Verdienst ihren armen Eltern zu ihremUnterhalte zu bringen. Nimmt man nun an, daßdiese Kinder, nach Verhältniß ihrer Kräfte, oft für ei-nen geringen Lohn schon angestrengt arbeiten müssen,und sie nach ihrer Thätigkeit und ihrem Fleiße, auchdie Thätigkeit und den Fleiß ihrer Eltern beurtheilenund berechnen wollen, ohne die andere häuslicheLage, die kleineren Geschwister rc. zu berücksichtigen,welche die Mutter beschäftigen und in Thätigkeit er-halten, wobei also diese mit Handarbeiten nichts verdie-nen kann, und nun die Vorwürfe ihrer Kinder, die aufihren Verdienst, auf ihre Erwerbsquelle trotzen, unddiese den Eltern als Maaßstab zu ihrem Erwerbe ent-gegenstellen; müßte dieses nicht die so nöthige Liebeder Eltern und Kinder zu einander schwächen, ja er-sticken, und zu vielen Mißhelligkeiten Veranlassunggeben, besonders wenn die Kinder zu Jünglingen undJungfrauen heranreifen? Sie würden dann dieDankbarkeit, die sie den Eltern, so lange diese leben,schuldig sind, und die auch thätig zu beweisen ihnenPflicht ist, vergessen, oder sie nicht für Pflicht achten,weil sie schon von den frühesten Jahren, den Kinder-jahren an, sich ihr Brod erwerben mußten, also fürsich gleichsam zu sorgen gezwungen worden; sie wür-den also späterhin ihre Selbstständigkeit nur auf ihre