Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
396
JPEG-Download
 

3SK !Sparkaffe.'

genthümliches Leben haben kennen lernen; sie beur-theilen das Volk daher nicht nach der Wirklichkeit,sondern nur nach Idealen, und hierauf gründen sichauch ihre Methoden; diese sind für ein Volk, wie eskeines giebt. Viel praktischer und in das Volks-leben eingreifend war die Erziehung der Alten; sie rich-teten mit der Einfachheit derselben mehr aus, als wirmit allen Philantropinen, erhabenen Erziehungsmetho-den rc>, welche den Treibhäusern und Mistbeeten glei-chen, die zwar frühzeitige, aber keine kraft- und saftvollePflanzen erziehen. Die Jugend wird um ihre schön-sten Jahre, die Kinderjahre, bei einer solchen Erzie-hung betrogen. — Ein Herr von Pufendorf*)macht über den oben, S. 392, angeführten Vorschlagauch einige beherzigenöwerthe Bemerkungen, welchehier noch verdienen angeführt zu werden.

Die Absicht dieses Vorschlages ist sehr gut, nern-lich die Kinder frühzeitig lernen zu lassen, daß manohne Fleiß und Thätigkeit nicht reich und glücklichwerden könne, und daß anderer Seits Armuth undMangel natürliche Folgen von Faulheit und Müßig-gang seyen. Weniger thätige und l fleißige Kindersollen deswegen auch schlechtere Kost genießen, bis siedurch ihre Arbeit so viel verdienen, daß sie bessereKost bezahlen können:c. Dieses AllesTst lobenswerth,wenn nur diese Methode mit Sicherheit angewendetwerden dürfte, ohne davon nachtheilige Wirkungenbefürchten zu müssen, welche den beabsichtigten Nutzenum vieles überwiegen dürften. Denn bei einer nä-heren Beleuchtung des Vorschlages möchte sich dervortheilhaste Anschein desselben wohl um nichts ver-mindern, und ohne gehörige Einühranlung und Mo-difikation möchte er vou den Revisoren des gesammtenErziehungswesens schwerlich gcbilliget werden. Ichhabe gegen jenen Vorschlag folgendes zu erinnern.Jedermann wird eingestehen, daß der Erfolg einer

') HannLversches Magazin, Jahrgang 1788, St- 68, S- 1073u. f.