Sparkasse. 399
Hier ist nun nicht der Ort, um diesen Gegenstandnoch weiter auseinander zu sehen, was hierüber nochgesagt werden muß, wird unter Volks erzieh ung,unter V. vorkommen. Wenden wir uns daher wiederzur Sparkasse und der Sparsamkeit. HerrDörrten*) in Hannover, von dem ich oben, S.378u. f., schon manches Zweckmäßige über diesen Gegen-stand angeführt habe, sagt: Wenn man Sparkas-sen verstattet, so muß durch selbige dem Kinde dieLehre sinnlich nahe gebracht werden. Der Vorsichtigesorgt auch dafür, daß er für außerordentliche oder un-gewöhnlichere Fälle etwas aufbewahrt habe, daß erz. B. bei entstehenden Krankheiten Arzt und Arzeneibezahlen könne rc. Wenn aber dieser Zweck erreichtwerden soll, so muß man den Kindern Gelegenheitgeben, jene Fälle, welche unerwartete und größereAusgaben erfordern, von den gewöhnlicheren zu unter-scheiden, und wenn jene eintreten, seine sogenannteSparkasse anzugreifen. Würde z. B. der Knabe,welcher eine solche Kasse hat, krank, so könnte derVater von ihm fordern, daß er aus seinem Geldvor-rathe etwas hergebe, um die gebrauchte Arzenei oderden Arzt zu bezahlen. Der Vater zeigt dem Kindedurch die Rechnung, die er erhielt, was die Arzeneikostete, tilgt einen Theil jener Rechnung mit, undmacht den Genesenden aufmerksam, wie wohlthätig essei, den Rath eines geschickten Arztes gebrauchen undsich Arzneien verschaffen zu können, da manche armeKranke diesen Vorzug entbehren, welche aber oft mit-leidige Menschen finden, die sich ihrer annehmen. DieRede muß aber kurz, eindringend und gut seyn; dennlange Reden ermüden das Kind, und der Eindruckwird gehindert. Ein anderes Mal wird es der Vatermit außerordentlichen Unglücksfällen einer Familie
*) HamivverscheS Magajin, Jahrg. 1788, St. 94., S- 1497 u. f.