Sparkasse. 403
dem Kinde öfter nud weniger, oder seltenerund mehr Geld zu geben? Diese Frage läßt sichnur nach der Verschiedenheit der Subjecte beanworttn.So kann man demjenigen Kinde, welches über Geld-einnahmen ein großes Vergnügen äußert, lieber selte-ner und mehr, als öfter und weniger Geld geben, weilöftere Geldeinnahmen zum Geize Veranlassung gebenkönnen. Man muß ihm lieber monatlich, als wöchent-lich Taschengeld geben, lieber auf einmal einen Thalerfür seine Sparkasse bestimmen, als in dreimalen ebenso viel geben, weil öftere Einnahmen immer noch mehrlüstern machen, seltnere jedoch nicht. Sparkassen,Sparbüchsen anzulegen sind daher für die Kinder,Knaben nnd Mädchen, und dann für Jünglinge undJungfrauen kehr gut, jedoch nur unter den schon obenangeführten Bedingungen, daß man das ersparte Geldzu einem gewissen Zwecke verwende, es also nur einZurücklegen, um gewisse Wünsche auszuführen, sey,keineöweges aber geschehen müsse, um nur Geld zu-sammenzuscharren, zusammenzubringen, um daran einenWohlgefallen zu haben, um sich daran zu ergötzen;denn dieses nur führt zum Geiz, zum Eigennutz undzu allen den Untugenden oder Lastern, welche die Ge-fährten der Geldliebe sind. Daher ist die höchste Vor-sicht in Anlegung von Sparkassen bei Kindern nöthig;und besser ist es wohl, wenn man ihnen bei besonde-ren Einnahmen, die man hat, auch kleine Extra-Geld-geschenke rc., außer dem gewöhnlichen Taschengelde,welches sie zur Verwendung für kleine Bedürfnisse be-kommen, für die Sparbüchse giebt; sie erhalten hier-durch nicht die besondere Weisung, für die Sparbüchseauch das Taschengeld zu bestimmen, und können aufdiese Weise nicht an jene Klippen gerathen, die später-hin, wenn sie in das Geschaftsleben treten, oder selbstwirkend auftreten, die Menschenliebe scheitern machen.— Auch lege man keine zu große Sparkassen,
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