Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
409
JPEG-Download
 

Sparkasse. 409

worin jeder der Einwohner der Residenz seine kleinenErsparnisse zinsbar und sicher unterbringen, und sie zujeder Zeit mit den aufgelaufenen Zinsen ganz odertheil-weise wieder erhalten kann. Besonders beabsichtigetman die arbeitenden, ärmeren Klassen der Einwohnerdurch diese Einrichtung behülflich zu seyn, sich ein klei-nes Kapital zu sammeln, welches sie beiVerheirathun-gen, Etablirung eines Gewerbes, im Alter oder inFallen der Noth heben und benutzen können. — DerWunsch, eine solche Sparkasse, Sparbüchse,in der Residenz zu besitzen, hatte sich schon vor derErrichtung derselben in den öffentlichen Blättern kundgethan, fand jedoch auch schon seine Gegner, welcheder Organisation derselben viele Schwierigkeiten pro-phezeiheten. Man gab vor, daß sich wohl schwerlichPersonen finden würden, die um des Guten willen,auch Gutes zu thun beabsichtigen; die, wie in Hol-land, unentgeldlich, und bloß aus Liebe zur Sache dieVerwaltung übernähmen, und würden nicht Ober- undUntervorsteher, Rendanten, Controleure, Kassirer undein'Schwärm von Beamten, wie es bei andern ähn-lichen Anstalten der Fall ist, durch nicht unbeträchtlicheGehälter einen Theil des für den Zweck bestimmten,vorweg nehmen? — Diese und ähnliche Einwürfewürden einem solchen Institute als Prognosticon ge-stellt, wenn es ins Leben trete, und daher demselbenauch keine lange Dauer oder doch kein guter Fortgangprophezeiht. Indessen trat das Institut, die Spar-kasse, von den Stadtverordneten gestiftet, ob nun durchden öffentlichen Vorschlag erst veranlaßt, oder schonvorher beschlossen, und dieser Vorschlag nur vorange-schickt, um die Stimme des Publikums in Hinsichteines solchen Instituts zu vernehmen, ins Leben. Andie Spitze, als Vorsteher und Stifter, stellten sich ei-nige der angesehensten Mitglieder der Stadtverordne-ten, welche diesen Dienst aus Liebe zur Sache über-