416 Sparkunft.
ken, Kleidung, Wohnung, Feuerung, Abgaben, derzur Erholung nöthigen Vergnügungen rc., dennochEtwas erspart werden kann. Man kann die Spar-kunst in die Staats-, Stadt- und Privat-Sparkunst eintheilen, oder diese Kunst auf dieStaats-, Stadt- und Privat-Wirthschaftanwenden. Was die Erstere, die Staatsspar-kunst betrifft, so sehe man darüber den ArtikelStaatshaushalt, unddieStadtsparkunst, imArt. Stadtwirthschaft nach; hier wird also nochEtwas über die Privatsparkunst, oder dieSpar-kunst in Privathaushaltungen zu sagen seyn.Vor allen Dingen muß ein Hauswirth folgende Regel,als die vornehmste bei dieser Kunst, jederzeit vorAugen haben, daß er nämlich immer suche wenigerauszugeben, als er einzunehmen hat; denn nur durchdiese Bestrebung, ist das Sparen möglich; auch ver-mehrt sich dadurch die Einnahme, indem man vondem Ersparten wieder Etwas in daö Geschäft geben,solches erweitern, und dadurch wieder mehr ersparenkann. Das Sparen ist auch schon daher nothwen-dig , weil man nie wissen kann, ob die Einnahme zurAusgabe immer zureichen wird; wer daher seine Ein-richtung so trifft, daß die Ausgaben der Einnahmegleich kommen und am Schlüsse des Jahres Null mitNull aufgeht, der kann leicht in eine doppelte Verle-genheit gerathen. Es kann z. B. durch einen Zufallvon der Einnahme, worauf man gerechnet hat, etwaszurückbleiben oder gar verloren gehen; oder eö könnenAusgaben vorfallen, worauf man vorher nicht gerech-net hat, wie z. B. Krankheiten, Todesfälle, Schadenan Wirthschastsgeräthen, dergleichen wieder ersehtwerden muß, oder sonst Ausgaben, die man Ehrenhalber gar nicht umgehen kann; dann auch wenn mansehr Vortheilhaft mit baarem Gelde etwas kaufen,welches man mit Gewinn wieder verkaufen oder an-