Sparkunst. 417
bringen kann, und dergleichen mehr. In allen diesenFallen gewahrt man, von welcher Wichtigkeit es ist,wenn man etwas zurückgelegt oder erspart hat, daßalso die Sparkunst zu üben nicht genug empfohlenwerden kann. Wer glaubt, daß er zu den nöthigenAusgaben, im Falle ihm Gelder, auf die er gerechnethat und rechnen muß, ausgeblieben sind, Rath schaffenkann, das heißt, sie aufnimmt, borgt, leihet, der istschon im Nachtheil mit seiner Wirthschaft, so gutauch seine Berechnungen zur Deckung seiner Schuldseyn mögen; denn wiederum einen Auösall in derRechnung, und er sitzt noch tiefer darin, und es kostetdann nicht allein eine doppelte Anstrengung um heraus-zukommen, sondern es müssen auch noch besondereGlückssälle mitwirken, wenn es geschehen soll. Wieerfreulich ist eS daher nicht, wenn wir eine ersparteSumme nach unserm freien Wohlgefallen anwendenkönnen, oder sie immer zu unserer Disposition bereithaben; alle Arbeiten gehen bei dem Bewußtseyn: duhast für jeden vorkommenden, unvorhergesehenen Falletwas zurückgelegt, erspart, weit leichter von Statten,weil man ohne Sorgen arbeitet. Schon dieses alleinmuß uns zum Sparen anreizen, muß uns aufmun-tern, die edle Sparkunst auszuüben. Man gelangtam Besten dahin, wenn man in den nothwendigenAusgaben einen wohl überlegten Ueberschlag macht,daß solche unsere Einnahme nicht übersteigen, sondernimmer noch von der Letztem, wie oben angeführtworden, so viel übrig lassen, daß man auch noch will-kührliche Ausgaben befriedigen kann, welche aber diemeiste Ueberlegung in der Ausführung verlangen, weilman hierbei leicht dasjenige, was man am Nothwen-digen erspart, wieder fortgiebt; sie sind es, die oft zurVerschwendung von einer Seite, die man nicht be-fürchten zu glauben braucht, führen, zu Liebhabereien,die wohl oft die Seele, den Geist so einnehmen, daßDer. rechn. En<. Theil dVI. D d