41S Sparkunft.
man darauf das Ersparte und noch darüber verwendet.Ucberhaupt macht oft die Sucht vieler Menschen,daß sie Alles, was sie bei Andern sehen, was Anderethun, auch besitzen und mitmachen wollen, die Spar-kunst zu nichte, sie handeln dann ohne Ueberlegungund machen Ausgaben, die ihren Kräften gar nichtangemessen sind. Die Eigenliebe bringt viele Indi-viduen so weit, daß sie nur am liebsten prahlen, undgerade da, wo sie keine Ursache dazu haben, und sichauch keine findet; denn diejenigen, welche die wenig-sten Mittel dazu haben, thun es am liebsten Anderndarin zuvor, und stellen sich, als ob sie die Vec-mögendsten waren. Wendet man z. B. sein Geld ansolche Sachen, die von Dauer sind, und wovon wirlängere Jahre Nutzen haben, oder an Sachen vonWerth, bei denen uns nur höchstens die Fa^on ver-loren geht, wie bei verarbeitetem Silber und Golde, sokann ein solcher Aufwand schon hingehen; allein aufvergängliche Sachen, auf Schnurpfeifereien, Plun-derstaat, auf luxuriöses Essen und Trinken rc. rc. seinGeld zu verwenden, ist nicht nur eine Thorheit, son-dern auch ein baarer Verlust, der den Ruin einerHaushaltung, einer Wirthschaft herbei führen muß,weil die Begierde nach einem solchen Aufwande wächstund zuletzt die Einnahme übersteigt. Eine solche An-wendung des ersparten Geldes hinterläßt Unordnungund Reue.
Die Sparkunst, Ersparungskunst wird sichnun aus folgenden Säßen am besten entwickeln. Umzu dieser Kunst zu gelangen, ist es nöthig, erst ver-schiedene Lebensverhältnisse zu betrachten. Wennman die Einnahme mit der unumgänglich nöthigenAusgabe verglichen hat, und man behält nicht so viel,daß man nach seinem Stande zu den nöthigsten Be-dürfnissen Rath schaffen kann, sondern daran Mangelleidet, so wird diese Art des Lebens kümmerlich