Sparkunft. 423
feines Stück zunehmen, wo sie mit einem gröberenabkommen kann, ober ein dichtes, wo das lose beque-mer seyn würde. — Ist eine Wäsche zu veranstalten,so überlegt die Hausfrau, wie viele Personen sie dazunach dem Verhältniß des vorräthigen schmutzigen Zeu-ges anzustellen hat, damit nicht zwölf Personen sicheinander im Wege stehen, wo achte hinreichen. Sieweiß schon aus Erfahrung, ob sie vortheilhafter han-delt, wenn sie Wäscherinnen für Geld dingt, und ihreMägde bei einer andern Arbeit läßt, oder um das Ta-gelohn zu ersparen, die Wäsche in zwei Theile theilt.Sie überschlägt auf den Vorrarh von schwarzer Wäschedie dazu nöthige Quantität Seife und Stärke, dasonst die Wäscherinnen bei den öftern und starkenWäschen, welche ihre zahlreiche Familie veranlaßt, imJahre leicht ein Centner mehr, als nöthig, entwederunnütz verschwendet, oder wohl gar unterschlagen wer-den könnte. Sie weiß wie viel an Licht und Oel in ei-nem Jahre in ihrer Haushaltung verbraucht wird. Sieweiß aus Erfahrung, daß die bei kaltem und stillemWetter gezogenen Lichter besser gerathen uud sparsa-mer brennen; die bei starkem Winde gezogenen sprin-gen, knattern und nichts taugen; sie weiß daß diebei heißem Wetter gezogenen gelb werden und stießen;daß Lichter, welche eine Zeit lang gelegen haben, weißerwerden und sparsamer brennen, daß man das Talgvorher an der Luft eine Zeit lang ausdünsten undbleichen lassen soll; daß ein Oel, welches ein Jahrgelegen, und die wäßrigen Theile verloren hat, Hellerund sparsamer brenne. Die Hausfrau ist also be-dacht, daß das benöthigte Oel und Licht allemal inVerrath sey, aber auch von der Ausgeben» nichtmehr,als nöthig, verbraucht werde; ja sie hat die Bemer-kung gemacht, daß es rathsamer sei, in der Haushal-tung gar kein Oel, sondern lauter Talglichter brennenzu lassen. Sie weiß nun im Voraus, wie viel Lich-