Sparkunst. 425
Schaf« und Federvieh), ihre Fischerei, ihre Jagd,ihr Kornboden rc., ohne baares Geld auszugeben,liefern. Sie sorgt, daß eine hinlängliche MengeFedervieh angezogen, anderes Vieh gemästet werde.Wird ein Stück Vieh davon geschlachtet, so über-schlägt sie genau, daß jeder Theil davon, wohin er sicham besten schickt, oder wozu er am besten verwandtwerden kann, noch benutzt werde; selbst dem kleinstenStücke, welches verspeiset werden kann, wird mit ei-niger Zuthat ein solches Ansehen gegeben, daß dasGericht in den Augen der Mitesser ein Ansehen habeund als etwas Leckeres betrachtet wird. Gerichte, dieeinmal auf ihrem Tische gewesen, werden deswegennicht gleich bei Seite gesetzt oder auf die Nebentischegeschickt; sie erscheinen in einer veränderten Gestaltoft zum zweiten und wohl gar zum dritten Male wie-der und schmecken den Mitessern zuletzt noch besser,als zum ersten Male. Was die Hausfrau nicht zumzweiten Male auf ihrem Tische gebrauchen kann,kommt auf den zweiten, und die von zwei, drei oder vierFleischgerichten zuletzt abfallenden Nebensiücke geben,wenn sie mit einer schmackhaften Brühe undmit einiger Zuthat versehen werden, für den drittenoder vierten Tisch noch ein eßbares Gericht. DieGästefinden immer noch etwas an den Knochen und diekräftige Brühe wird mitBrod auSgetüscht. — Wenndie Hausfrau Gäste erhält, oder Gäste eingeladenwerden, so wendet sie dieserhalb keine großen Kostenan. sondern glaubt, daß ihre Freunde und Bekanntensich auch vollkommen mit demjenigen sättigen werden,wovon sie selbst, ihr Gemahl und ihre Kinder, aufwelche sie die größte Fürsorge verwendet, sich sättigenkönnen. Sie hat in der Haushaltung zu einem sol-chen Gastmahle schon etwas Vorrath gesammelt, waöder oben, S.424, angeführte Wirthschaftsstand giebt,um noch ein Paar Schüsseln mehr zubereiten zu