Sparkunst. 429
Jener that, die zu kochende Backbirnen, oder die anein Essen zu gebende Rosinen nicht allein selber her-ausgab, sondern sogar der Köchin nach Stückzahlzuzählte. Es fehlt in einer solchen Wirthschaft fast al-lemal an dem Wesentlichen, und eS herrscht entwederein schmutziger Geiz oder eine unangenehme Unord-nung, oder es geht mehr earauf, als nöthig ist. Glück-lich kann sich dagegen ein Hausherr schätzen, der einesolche sparsame und dabei rechtlich denkende Hausfrauzur Gehülfin hat, welche für sein wesentliches Bestesin allen Stücken sorgt. Sie ist mehr werth, als einKapital von funfzigtausend Thalern. — Nach diesemMuster der Sparsamkeit einer klugen Hausfrau ineinem großen Hausstande, kann man nun diese Art derHaushaltungskunst auch durch alle andere. Wirth-schaften führen und diese Regeln anwenden.
Die Sparkunst bedingt durchaus, daß man in derWirthschaft, im Haushalte, die höchste Ordnung be-obachtet, weil hierdurch am meisten gewonnen wird;denn wo Ordnung herrscht, da kann man überzeugtseyn, daß Alles gut gehe und nichts verschwendetwerde, wo aber Unordnung herrscht, da wird die Spar-samkeit wohl nicht eingekehrt seyn; denn schon in derUnordnung selbst liegt in einem gewissen Grade derKeim zum Hintergange der Wirthschaft. Die Haus-frau ist daher die Seele, die Feder in der Sparsam-keit; denn Alles, was der Mann durch Fleiß, durchseine Industrie gewinnt, würde bei einem schlechtenHaushalte wieder verloren gehen, nur durch eine klugs»Führung derHauSwirthschast wird eö erhallen, ja nochmehr im Ersparen gewonnen; da das zur Haushaltung bestimmte Geld, klug angewendet oder gehörig aufdie Wirthschaft vertheilt, auch Gewinn trägt, seineProzente giebt; so daß die Hausfrau ihrem Gattennoch durch den Ueberschuß eine Freude machen kann.— Geld und Zeit klug angewendet vermehren das Ka-