Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Sparsiedeherd. 469

bei weniger, als 15 Pst>. trocknen» Büchenholze berei-tet werden kann; folglich winde das Holz, das in derKüche des Münchener Arbeitshauses für 5 Personenauf 4 Jahre hinreicht, für eine Privatfamilie kaum 5Monate ausdauern. Hier muß aber beachtet werden,daß je größer die auf einmal bereitete Masse vonSpeisen und je größer der Kessel ist, desto geringerauch verhältnißmaßig d-r Verbrauch des Holzes seynmuß. Um eben die Zeit, als die Küche in dem Ar-beitshaufe vollendet wurde, ließ der Graf von Rum-ford zu München zwey andere große öffentliche Ku-chen bauen, nämlich die Küche der Militairakadeinie,und die Küche zum militairifchen Eßfaale im Engli-schen Garten gehörig, wo während der jährlichenMusterung täglich 200 Personen speisten. In diesemGarten ist ein Wirthshaus, eine Meierey und einMolkenhaus, wofür der Graf noch vier Küchen er-bauete, nämlich zwei für das Wirthshaus, eine fürdie Meiere»), und eine für das Molkenhaus. Die Be-stimmung dieser Küchen war so verschieden, daß sienicht allein jeden Prozeß des Kochens in sich begriffen,sondern auch zu denselben Operationen nach einemverschiedenem Maaßstabe Gelegenheit darboten. DieKüche der Militärakademie wurde nach einem andernGrundsätze angelegt, als die Küche des Arbeitshauses.Jeder Kessel hatte seinen eigenen Herd, auch fing manden von den Kesseln aufsteigenden Dampf nicht auf,sondern ließ ihn ungehindert verfliegen. Man hattegefunden, daß bei gehöriger Behandlung des Feuers,wenn die Hitze nicht stärker gemacht wurde, als eö derZweck erforderte, das Auffangen der Dämpfe die dar-auf verwandte Mühe nicht belohnte. Jeder Feuer-herd hatte seinen eigenen Rost, und die Oeffnungenzu den Feuerherden und zu den Aschengruben warenjede mit besondern eisernen Thüren versehen. Anstattder eisernen Thür, die zu viel Hitze annahm und der