470 Sparsiedeherd.
atmosphärischen Luft zuführte, wurde nachher ein hoh-ler Cylinder oder vielmehr ein abgestumpfter Kegelvon gebranntem Thone oder von gewöhnlicher irdenerWaare angebracht. Die Oeffnung dieses Cylinders,durch welche man das Holz auf den Herd schob,wurde mit einem passenden Stopfer von gebranntemThone verschlossen. Dieser Körper ist ein Nichtleiterdes Wärmestoffs oder die Hitze durchdringt ihn dochnur sehr langsam und mit großer Schwierigkeit, sodaß sowohl die äußere Oberfläche des Körpers, als sei-nes Stopfers nur mäßig warm wird. Diese Vorrich-tung wurde bald noch mehr vereinfacht, indem manstatt des hohlen Kegels einen Ziegel wählte, 10 Zollim Quadrat, und 2^Zoll dick, mit einem runden Lochein der Mitte, welches mit einem Stopfer verschlossenwar. Ein solcher Ziegel ist leicht anzuschaffen, undkann für eine Kleinigkeit gekauft werden. In Mün-chen kostet ein solcher Ziegel von der besten Erde mitseinem Stopfer nur 24 Kreuzer. Um den Stopfer indie Oeffnung recht passend zu machen, welches durch-aus nöthig ist, kann man ihn mit feinem nassen Sandeglätten.
Da es bei Anlegung eines Feuerherdes sehr wich-tig ist, um unumschränkter Herr der Luft zu seyn, soließ Rumford die Oeffnung in der Aschengrube miteiner genau passenden Thür versehen, in deren Mittedas Zugloch mit einem Register versehen war, um derLuft nach Gefallen mehr oder weniger Zugang zu ver-statten. Durch mannigfaltige Versuche mit Kesselnvon verschiedener Größe, Gestalt und Dicke hat sichRumford bemühet zu erforschen, nicht nur welcheGestalt für Kessel am zweckmäßigsten ist, sondern auch,warum eine Gestalt vor der andern den Vorzug ver-dient. Er erhielt dabei Licht über die Art, wie dieFlamme und der heiße Dampf den Wärmestoff ab-setzen, und fand die Idee zu einer wichtigen Verbesse-