Spath (Feld-). 539
Wiegkeb gleich, daß die letzte Erde keine Kieselerdegewesen war; denn sie lösete sich keineöweges in Wasserauf, sondern eS war davon noch eine beträchtlicheMenge in dem Wasser sichtbar vorhanden. Es wurdedarauf Alles auf ein Filtrum geschüttet, um die nichtausgelösete Erde abzuscheiden, die er aber vollkommenaussüßte und trocknete. Die oben beschriebene alkalischeLauge wurde ebenfalls mit Schwefelsäure gesättigetund davon kein Niederschlag erhalten. Nachdem sieaber, wie die beiden vorigen, einige Tage lang in derWärme gestanden hatte, so wnrde sie nach und nachopalfarbig und gerann endlich gleichfalls zu einer durch-sichtigen Gallerte. Die mit Alkali kalcinirte und wie-der ausgelaugte Erde wurde nun nochmals mit einerUnze concentrirter Schwefelsäure und einer halben UnzeWasser übergössen, und bis zur Trockne abdcstillirt.Der Rückstand wurde mit Wasser aufgeweicht, vier-undzwanzig Stunden in der Wärme stehen gelassenund Alles auf ein Filtrum geschüttet. Nachdem dieFlüssigkeit abgezogen, verblieb darauf eine lockere weißeErde, welche nach dem Aussüßen und Trocknen 1 Drach-me 19 Gran wog, und Kieselerde war. Die abfiltrirteFlüssigkeit schmeckte wieder stark alaunicht, und ließ beidem Niederschlage mit Alkali 62 Gran Alaunerde aus-scheiden. Damit er nun gewiß überzeugt werdenmöchte, ob jetzt die übergebliebene Erde reine Kiesel-erde sei, oder nicht, so vermischte er sie mit 6 Drach-men Weinsteinsalz und ließ sie in einem Tiegel schmelzen.Diese Salzmasse wurde mit Wasser übergössen, wo-rin sie sich völlig auflösete, und woraus nunmehr dieKieselerde in der ihr ganz eigenthümlichen gallertarti-gen Beschaffenheit niedergeschlagen wurde, worausWieg leb erkannte, daß sie aus wahrer Kieselerdebestand. Die drei Gläser mit den gallertartigen Sub-stanzen hatte Wieg leb zur langsamen Verdunstungauf den Scubenofen gesetzt, wobei die Gallerte immer