Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
550
JPEG-Download
 

550 Spath (Fluß-).

(tz. 4, 5) in der Vorlage gesetzt hatte, besaß folgendeEigenschaften, nachdem sie abgesüßt und getrocknetrvar. Sie war u) sehr leicht mürbe und weiß; b) ließsie sich nicht merklich in Sauren auflösen; c) mitWasser klebte sie nicht zusammen, sondern ging, nach-dem sie trocken war, wieder auseinander; 6 ) zerflos-senes Weinsteinsalz lösete sie durch Kochen auf; dieSolution bekam eine gallertartige Beschaffenheit, so-bald sie kalt ward; o) ohne Zusatz litt sie keine Aen-derung in der stärksten Hitze; k) "aber mit ein wenigLaugensal; von Weinstein versetzt, ging sie im Feuermit Schäumen in Glas; §) dieses Glas, mir Zusatzvon drei Theilen Laugensalz, schmolz im Feuer zu ei-ner bläulichten Masse, die pulverisirt im Keller zer-floß, dann gallertartig ward, und die Sauren fälltenein Pulver daraus; K) in Bvrar ward es ohne Auf-wallen aufgelöset. Dieses Verhalten bestimmt eineKieselerde, welche während der Arbeiten selbst ent-stand, welches aus mehreren Versuchen erhellt. Maugoß ») zu gepulvertem Flußspathe Schwefelsäure in ei-nen messingenen Cylinder, welcher mit einem gut ver-schließenden Deckel verschlossen ward, nachdem ein ei-serner Nagel und eine Holzkohle darin waren überdem Mcngsel aufgehängt worden. Nach zwei Stun-den ward der Deckel geöffnet, man fand Nagel undKohle, wie sie waren eingehängt worden; sie wurdendaher angefeuchtet, und von neuem, wie vorhin, inden Cylinder gehängt. Der Cylinder ward bedeckt,aber nach zwei Stunden wieder geöffnet. Nagel undKohle waren mit einem weißen Pulver überzogen wor-den, welches sich völlig wie eine Kieselerde verhielt.Man brauchte zu diesem Versuche keine gläsernen Ge-fäße, also war die Kieselerde, die man in den erstenArbeiten (§. 4 und 5) bekam, nicht von der Fluß,spathsäure auS dem Glase aufgelöset und nachher ab,gesetzt worden, wie man hätte muthmaßen können,daß die innere Fläche des Glases so stark angegriffenwar. Künstlicher Flußspath ( 9 ) war durch zugegosseneSchwefelsäure eben so zerlegt, wie der natürliche ( 5 ).Man goß destillirtes Wasser in die Vorlage, um dieübergehende Flußspakhsäure in sich zu nehmen. Sobald sie die Oberfläche deö Wassers erreichte, sing