Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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580 Spazieren.

sames Gehen, welches zur Erholung des Körpers undErheiterung des Geistes unternommen wird, besonderswenn solches im Freien geschieht, obgleich dieses nichtzu dieser Handlung unmittelbar bedingt wird. Mansagt daher gewöhnlich: Vor das Thor spazieren.In dem Garten auf-und abspazieren. Aufder Wiese, aufdem Felde herum spazieren.AufdenStraßen, denPlatzenauf-undab-spazieren. Am häufigsten gebraucht man diesesZeitworte mit dem Zeitworte gehen, da dann spa-zieren im Infinitiv zu stehen kommt: spazie ren-gehen. Wir sind spazieren gegangen. Fi-gürlich ist spazieren gehen, müßig gehen. Imwettern Verstände gebraucht man es auch mit demZeitworte reiten und fahren;spazierenreiten,spazie ren fahren, zum bloßen Vergnügen, zur Er-holung ausreiten, ausführen.

Friedrich der Große sagte: Wenn ich dasPhysische des Menschen betrachte, so kommt es mirvor, als hätte uns die Natur mehr zu Postillions, alszu sitzenden Gelehrten geschaffen. Hufe land, derdiese Aeußerung, diesen aufgestellten Satz des Phy-sischen des Menschen auch in seiner Makrobiotik*)im 7ken Abschnitte des 2ten Theils, mit der Aufschrift:Körperliche Bewegung, anführt, macht dabeidie sehr richtige Bemerkung, daß, ungeachtet dieserSaß oder dieser Ausdruck etwas stark sey, er dennochviel Wahres enthalte. Ich führe hier die Auslegungdieses Satzes von diesem großen Arzte wörtlich an,weil sie zugleich das Wesentliche des Spazierengehens,als Erholung, enthält. Er sagt: „Der Mensch ist undbleibt ein Mittesgeschöpf, das immer zwischen Thierund Engel schwankt, und so sehr er seiner höherenBestimmung untreu werden würde, wenn er bloß

) Tb. 2. Aufl. 4. Berlin, 1805. S. 163.