5ö2 Spazieren.
sehr zu wünschen, daß wir hierin den Alten mehr nach.ahmten, welche diese so wichtigen Hülfen der Gesund-heil kunstmäßig behandelten, und sich durch keine äu-ßere Verhältnisse abhalten ließen, sie zu benutzen. Amnützlichsten sind sie, wenn nicht bloß der Leib, sondernauch die Seele zugleich mit bewegt und erweckt wird,daher muß auch eine Promenade, welche ihrer Absichtganz entsprechen soll, nicht allein, wo möglich, in ei-ner unterhaltenden schönen Gegend und nach einemgewissen Ziele angestellt werden. Aber die Bewegun-gen dürfen auch nicht zu heftig seyn, wenn sie der Ge-sundheit und Lebenslange wohlthätig seyn sollen. Esfrägt sich also: wie bestimmt man die Dauer undStärke einer heilsamen körperlichen Bewegung? —Die allgemeinste und sicherste Regel ist die: die Be-wegungen werden bis zum heftigen Schweiß odergänzlicher Ermüdung fortgesetzt." —
Das Spazierengehen ist nicht bloß eine körperlicheBewegung, eine Bewegung, um bloß die Maschine,Körper genannt, aufrecht zu erhalten, der bei der Ruhefrüher eintretenden Steifigkeit der Glieder vorzubeu-gen, so wie überhaupt die frische Thätigkeit und Spann-kraft der Muskeln und ihrer Fasern zu erhalten, diebei einer langen Ruhe ihre Elasticität verlieren wür-den ; sondern es ist auch eine Erholung des Geistes,eine geistige Stärkung, indem derselbe durch die ange-nehmen Gegenstände, die ihn beim Spazierengehenin der freien Natur beschäftigen, eine Frische erhält,die energisch auf den Körper wirkt und dessen Thätig-keit verdoppelt, das heißt, die Spannkraft der Mus-
ubungen anbetrifft, der Artikel Leibes-Ueb u ng, Theil72, S. 44> — 994, nachzulesen ist. Als ein neues Werk istdie D eu tschr T u rnku n st von Friedr. Ludw. Iah»,und Ernst Eiseln, Berlin, >816, zu emvfehlen, in welchemWerke man auch ein Verzeichniß der besten Schriften überdie Leibesbewegungen, im ölen Abschnitte, S- 247 — 285, an-trifft. Klh.