Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spazieren. 563

keln, die Cirkulation des Blutes rc. rc. Das Spazie-rengehen wirkt also zwiefach, auf den Körper, und aufden Geist. Wenn man bloß spazieren geht, um demKörper nach langem Sitzen Bewegung zu verschaf-fen, so kann dieses auch in einem beschränkten Raumegeschehen, in einem kleinen Garten hinter dem Hause,auf dem Hofe, oder auch nur in dem Zimmer, indemman solches aus- und abgeht; denn hier ist nur dieBewegung der Zweck des Gehens, wenn aber demGeiste zugleich eine Erholung nach angestrengtemDenken gereicht oder verschafft werden soll; dann darfman nicht in einem beschränkten Raume hin und heroder herum spazieren; dann muß man das Freie wäh-len, große, dazu eingerichtete, und mit Bäumen be-setzte Plätze, Thiergärten, öffentliche Promenadenoder Spaziergänge; man muß kleine Ercursionen oderAusflüchte auf das Land, nach Dörfern rc. machen,überhaupt auf denjenigen Wegen lustwandeln, von woaus das Auge, als das sichtbare Zeichen des Geistes,aus romantischen Umgebungen umherschweifen kann,und so auch die Natur dem Geiste eine Erholung ge-währt. Daher sind diejenigen Promenaden die besten,wo das Auge eine schöne Aussicht in die Ferne ge-nießt, und der Blick bald auf Wald, bald auf Wie-sen, bald auf Kornfeldern ruht. Ein solches Lustwan-deln stärkt den Körper und erheitert den Geist, giebtihm, wie schon erwähnt, eine Frische, die einen wohl-thätigen Einfluß auf die Dauer des Lebens hat.

Wie lange man lustwandeln, welche Zeit man wäh-len, und wie man seine Schritte einzurichten habe,um nicht zu ermüden, und die Mittelstraße zwischendem zu Wenig und zu Viel zu treffen, läßt sich hiernicht mit Bestimmtheit angeben, so viel ist indessengewiß, daß man bei dem Letztem nur den Gang ge-braucht, den man im Geschäftsleben zu gehen gewohntist, den gewöhnlichen Schritt; denn wer schnell zu