Spaziergang. 613
Sterne derselben angebracht werden; überhaupt immerso, daß sie den Lustwandler überraschen. Es würde aberbesser seyn, wenn man hin und wieder diese Bild-säulen mit der eines Helden, eines um das öffentlicheWohl verdienten Staatsmannes, eines Gelehrten,Dichters, oder einetz. sonst um daö öffentliche Wohlverdienten Privatmannes rc.rc. vertauschte, um so auchdie Verdienste um das Vaterland zu kräftigen, zustärken, und zur Nachahmung solcher Muster anzufeu-ern; und hierin ist das, waö die Bildsäulen in demoben, S. 594, angeführten Plan eines National-GartenS anbetrifft, Nachahmungswerth, nur dieSchand-säule paßt wohl nicht in einem solchen Garten, indemsie nicht nur das Vergnügen des Spaziergängersstört, sondern auch der Wirkung, die sie hervorbringensoll, nachtheilig ist; denn sie würde hier eher als eineEhren-, denn eine Schandsäule stehen, und könnte ge-rade die Handlungen, die man dadurch verhütet wissenwill, hervorbringen, um sich unsterblich zu machen;wie Herostrat den Tempel der Diana zu Ephesusverbrannte, um dadurch die Unsterblichkeit zu erringen.Ein Ort, welcher der Erholung gewidmet worden,muß nur angenehme Eindrücke in der Seele des Lust-wandlerS oder Spaziergängers hervorbringen, aberkeine unangenehme, und dies könnte doch nur in einemGarten geschehen, wo man z. B. beim Promenirenplöhlich auf ein Hochgericht stieße; es würde die Be-trachtungen über Gottes Allmacht rc. in der schönenNatur sehr Herabstimmen, wenn man statt der gött-lichen Hallen der Natur daö menschliche Strafgerichterblickte; jedes an seinem Orte; denn wo das Hoch-gericht steht, wird man nicht zur Erholung wallfahrten.Eben so oft wird auch mit den Warnungstafeln auföffentlichen Spaziergänger! gefehlt; man findet sie zuoft und ganz an unrechten Stellen auf Promenaden rc.aufgepflanzt, und dann haben sie hin und wieder noch