Spaziergang. 619
faulig, weitsäulig oder rarsäulig. Zwischen den Säu-len standen Bildsäulen, und an den Wänden befan-den sich die kostbarsten Gemälde, so daß ein solcherSpaziergang zugleich dem Auge eine sehr angenehmeWeide war. Diese Säulenhallen dienten nicht alleinzu Spaziergängen, sondern es wurde auch darin Rathgehalten, Recht gesprochen, fremden Gesandten Au-dienz ertheilt, Schriften vorgelesen, kostbare Sachenverkauft rc. Vornehme ließen sich von ihren Sklavendarin herum tragen; auch wurden Triumphmahle da-rin gehalten rc. Viele dieser Hallen waren prachtvollmit Säulen des schönsten Marmors, mit Gold, Sil-ber und andern Kostbarkeiten geschmückt. Die vor-züglichsten Säulenhallen in Rom waren: der Por-tikus des Apollo PalatinuS, welcher sich amPallaste des Augustus befand, und dessen Säulen vonNumidischem Marmor waren. Auf der einen Seitestanden zwischen denselben die fünfzig Töchter desDa-nauö, auf der andern die fünfzig Söhne des Aegyp-tus. Er war reich mit Gemälden, Gold und anderenkostbaren Sachen geschmückt. — Der Portikusder Argonauten auf dem Marsfelde, welcher be-sonders den Müßiggängern zum Spazierengehen diente,und an den Saturnalien zum Verkauf der schönstenSachen; den Namen hatte er von den Argonauten,welche darin abgebildet waren. — Der Portikusder Europa, an dem Marsfelde, worin die Ge-schichte oder Fabel der Europa abgemalt war. Die-ser Spaziergang war sehr besucht, weil er nur dieAbendsonne hatte. — DcrPortikuS der Isis,von den Gemälden, welche die Isis mit ihren Prie-stern vorstellten, worunter auch der Kaiser Commo-duS als Oberpriester vorgestellt worden, so genannt;er hieß auch von seiner Gestalt kovtious orwvu, undwar besonders wegen seiner musivischen Arbeit be-rühmt. — Der Portikus des Nero, welcher bei