630 Specereihandel.
die Luft, daß man ihn an beiden Ufern des FlusseS em-pfand. Der unermeßliche Handel, der unter der Re-gierung dieser Fürstin zuAlexandrien getrieben wurde,zog Fremde aus allen Theilen der Welt dahin. Man ge-wahrte daselbst Aethiopier, Araber, Troglodyten, Ju-den, Syrer, Meder und Parther. Die zur Morgen-ländischen Handlung bestimmten Schiffe fuhren, wenndie Hundötaaswinde weheten, innerhalb zwölf Tagenden Nil vonAstxandrien bis nach CoptoS, einer Stadthinauf, die in einiger Entfernung von dem östlichenUfer des Nils lag, mit welchem sie durch einen Kanalverbunden war. Hier wurden die Waaren aufKameelegeladen, welche sie nach Berenice trugen, einem Ha-fen, den Ptolomäus Philaoelphus an demwestlichen Ufer des Arabischen Meerbusens hatte an-legen lassen, um zum allgemeinen Versammlungsortealler Kauffahrer zu dienen, welche in dem Morgen-landischen Meere Handlung trieben, sowhl beim Ab-gehen, als beim Zurückkommen. Mit den Schiffen,welche die Kaufleute zu Berenice fanden, schifften siemit ihren Waaren nach dem glücklichen Arabien, nachden östlichen Küsten von Afrika und dann nach Per-sien und Indien. Die nach dem glücklichen Arabienbestimmten Schiffe landeten zu Muza, welches in die-sem Lande auf dem westlichen Ufer des ArabischenMeerbusens, diesseits der Meerenge, lag. In diesemHafen nahmen sie Rauchwerke aus Arabien mit. Ei-nige gingen über die Meerenge hinaus nach Cane.Man brachte aus Aegypten in diesen Hafen Korallen,Storax und andere Specereiwaaren; von da zurückbrachte man Gewürze, Aloe und Weihrauch (Ouuuiüolitrsniuru). Dieses köstliche Rauchwerk, wovon dieAlten theils zum Dienste der Altare, theils zu andernArten von Gebräuchen, welche der Luxus erfundenhatte, so viel anwendeten, wurde zu Alexandrien ver-handelt. Ueberhaupt machten die Specereiwaaren beiden Aegyptiern einen Haupthandelsartikel aus, der bei