Specereihandel. 635
Euböa oder Negroponte Oele, Amianth oder Asbest;DeloS war die berühmteste Handelsstadt der Welt,welche am meisten besucht worden. Nach dem Pli-tt ius sollen daselbst alle Waaren von Europa undAsien verkauft, eingekauft und umgetauscht wordenseyn rc. rc. Von Sicilien kamen eine Menge Spece-reiwaaren zur Zeit der Griechen in den Handel, wiees noch jetzt der Fall ist, und unter Sicilien, Theil153, S.587, gezeigt worden. Auch die übrigen Grie-chischen Landschaften trieben einen nicht unbedeuten-den Specereihandel.— Ueber den Specereihan-del der Römer findet man wenig angeführt, weildie Römer zur Zeit der Republik nur auf die Vermeh-rung ihrer Länder, Vergrößerung ihres Staates, undAusbreitung ihrer Herrschaft und ihres Kriegsruhmsbedacht waren, die Handlung aber wenig achteten, we-nigstens geschah dieses zu Anfange der Republik; spä-terhin, als sie ihre Eroberungen auch bis zu denjenigenLändern in Asien und Afrika ausgedehnt hatten, inwelchen der Handel ganz vorzüglich blühete, fingen sieauch den Handel zu schätzen an, obgleich er immer nochin gewisser Hinsicht nicht als ein so ehrenvolles Ge-werbe, als das Kriegshandwerk, die Kriegskunst undder verwaltende Staatsdienst betrachtet wurde; indes-sen findet man doch schon in den frühesten Zeiten derRepublik die Errichtung eines Handels-Collegii zuRom, welches das Collegium der Kaufleute, auch dasMerkurische genannt wurde, weil es sich nicht nurnahe bei dem Tempel des Merkurs versammelte, son-dern weil auch der Merkur, als der Gott der Kaufleutebei ihnen verehrt wurde. Dieses Collegium wurde imJahre 399 nach der Erbauung der Stadt, unter denBürgermeistern Claudius und Servil ius errich-tet; auch die Einrichtung der Märkte und Messen,welche nach Einigen Romuluö, nach Andern Ser-viuö Tullius in Rom eingeführt oder errichtet ha-