036 Specereihandel.
ben soll, giebt das Alterthum der Handlung zu erken-nen. In den folgenden Zeiten war der Handel eineder vornehmsten Quellen der Römischen Reichthümer,indem die Bürger entweder selbst Handel trieben, oderihr Geld, wie Cato, auf Schiffe legten. Es wirdin seinem Leben einer Gesellschaft von fünfzig Kauf-leuten erwähnt, die fünfzig Schiffe in die See schick-ten. Je mehr die Römer ihre Eroberungen ausdehn-ten, je mehr sie den Luxus anderer Nationen, besondersder Asiaten, kennen lernten, um so mehr wuchs auchihre Begierde, diesen Luxus bei sich einzuführen, unddamit kamen denn auch alle Specereien Indiens inihren Handel, so wie überhaupt alle Produkte desLuxus aus dem Morgenlande. — Ueber den Spe-cereihandel der alten Deutschen läßt sich hiernichts sagen; denn da sie lange ihren rauhen Sittengetreu blieben und der Mode nicht huldigten, so kann-ten sie auch die Produkte des Ueberflusses nicht. —Der Specereihandel der übrigen alten Nationen mußhier Übergängen werden.
In der mittleren Zeit aber blühete beson-ders der Specereihandel in dem Griechischen Kai-serthume, woselbst der Luxus im höchsten Gradeherrschte. Uebcrhaupt war zu dieser Zeit der Han-del noch sehr in Asien und Afrika im Flor, über-haupt im Morgenlande, den man jederzeit als dengroßen Hauptstamm betrachten konnte, von dem allerandrer Handel als so viele Zweige anzusehen sind. Dergroße Marktplatz dieses reichen Handels war noch zuAlexandrien in Aegvpten, und erhielt sich auch nochdaselbst nach der Theilung des Römischen Reiches,nur mit der einzigen Veränderung, daß, da in Europaehemals das größte Ablager der MorgenländischenWaaren Rom gewesen, solches nach der Gründung vonKoustantinopel diese Stadt geworden. DaS Morgen-ländische Kaiserthum war nur in dem Besitz deö Ae-qyptisch-Jndischen Handels, und alle Specereiwaaren