Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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638 Specereihandel.

kurwaaren. — Nachdem sich das von Mohamet ge-stiftete Arabische Reich unter den Caliphen emporge-schwungen hatte, zogen die Caliphen den Specerei-und Drogureihandel Indiens nach DamaScuS undBagdad. Ueberhaupt brachten sie wieder den auslän-dischen Handel, der unter den Griechischen Kaiser zusinken anfing, empor. — Schon unter Valid,dem eilften Caliphen, breiteten die Araber ihre Erobe-rungen weiter gegen Morgen aus, und machten sich dengrößten Theil von Indien diesseits des Ganges unter-würfig; und nachdem Nasser, der zwei und fünfzigsteCaliph, alle Völker, welche in Persien am weitestengegen Mittag wohnen, bis an den Persischen Meer-busen und das Gestade des Indischen Meeres bezwun-gen, so eröffnete er an dieser Seite einen vortheilhaftenHandel mit Indien, welcher aber vorher schon auf ei-ner andern eröffnet gewesen, indem die Araber vonMekka sich nicht allein auf der Malabarischen Küstefestgesetzt, sondern auch mit Erlaubniß des KönigSvon Malabar die Stadt Kalicut erbauet und dadurchzum ersten Male festen Fuß in diesem Theile Indiensgefaßt hatten. Nach der Erbauung von Kalicut ver-ließen die Araber den Hafen von Koulan und befrach-teten ihre Schiffe nur in dem von Kalicut, und sowurde diese Stadt der vornehmste Handels- oder Markt-platz von Indien für die Gewürze, überhaupt für alleDroguerei- und Specereiwaaren, Edelsteine, Seide,Gold, Silber und allerlei Reichthümer. Als einigeJahrhunderte später die Portugiesen zum ersten Malein das Indische Meer kamen, waren sie nicht wenigverwundert, daß sie daselbst Mohamedaner, die Seevoller Schiffe, und die Handlung zwischen den Ein-wohnern der östlichen Küste von Afrika, Indien undallen Inseln, mit denen von Arabien und Persien sowohl eingerichtet fanden, was sie aber am meisten be-fremdete, und welches diesen Handel so blühend ge-