Specereihandel. 661
S. 197 u. f., die Rede gewesen. — PortugalsHandel mit Specereien, Droguen rc. befindet sichseit dem Anfange des verwichenen Jahrhunderts größ-tencheils in den Händen der Engländer, die es da-hin gebracht hatten, daß sie den Handel von Brasi-lien beinahe ganz in ihre Gewalt bekamen, und seitdem Vergleiche, den der Herr von Methuen imJahre 1703 mit der Krone Portugall gemacht, nachwelchem alle ausländische Fabrikwaaren, bis auf dieEngländischen, völlig verboten wurden, haben sie da-hin beständig einen so Vortheilhaften Handel getrieben,daß sie fast alle Jahre an 150,000 Pfo. Sterl. Por-tugiesisches Geld daher gezogen; hieraus gewahrtman,daß wenn eine einzige Nation mit Portugal einen sostarken Handel treibt, so kann für die übrigen in die-sem Reiche wohl wenig übrigbleiben. Die Ausfuhraus Portugal an Droguerei- und Specerei-rc. Waarenbesieht in Ambra, Zucker, Tabak, Campesche- undFer-nambukholz, Cacao, Jndig, Baumwolle, Sumach,Anis, Oliven, Baumöl, eingemachten u. trocknen Früch-ten, Mandeln, Citronen, Pomeranzen, Branntweinen,Madeira- u. Portwein, Gold, rohen Demanten, Salz rc.An diesem Handel nehmen nun noch die Franzosen,Holländer und Deutschen Antheil. Erstere tauschendagegen Galanterie- und Modewaaren rc. aus; dieHolländer Leinwand, Hüte, seidne Strümpfe, Hand-schuhe, Nadlerwaaren, Hanf, Juchten, Pulver, Ka-nonenkugeln, Gewehre, Papiere, Getreide; die Deut-schen über Hamburg, Schlesische und Westfä-lische Leinwände rc. rc.; jedoch hat sich dieses in neue-sier Zeit geändert, wo Nord-Amerika ein so bedeuten-des Gewicht im Handel erhalten hat, und an Portugalmehrere Produkte liefert, die sonst von den Europäerngeliefert wurden. Auch die Trennung Brasiliens vomMutterlande, die bürgerlichen Unruhen in beiden Län-dern, dieses Alles hat auf den Handel einen unvor-