Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Specereihandel. 671

dy, Lemberg, Pesth, Ofen und Groß. Für den See-Handel sind die mächtigsten Stapelörter der Specerei-und Droguereiwaaren Venedig, Triest und Fiume.Die Specereien und Droguen, welche diesen Stapel-örtern zugeführt werden, werden mit OesterreichischenLandeöprodukten größtentheils ausgetauscht. Beson-ders wichtig ist der Speditions- und Transitohandel,wodurch Oesterreich den Verlust der größer» Einfuhrals Ausfuhr wieder deckt. — Was die Schweiz anSpecereien und Droguen gebraucht, liefert Deutsch-land, Italien und Frankreich, wogegen sie größten,theils ihre Produkte der Natur und Kunst austauscht,welche in Käse, Butter, Papier, Spitzen, Uhren,Gold- und Silberwaaren rc. rc. bestehen.

Aus diesem kurzen Abrisse der Geschichte des Spe-cerei- und Droguenhandels wird man die Wichtigkeitdesselben zu allen Zeiten ersehen; denn die Specereienund Droguen sind zu allen Zeiten ein Hauptzweig desgroßen Handels gewesen, weil sie alle Gewerbe um-fassen, ober doch nur wenige Gewerbe gedacht werdenkönnen, wozu man nicht Specereien gebrauchte. Inden frühesten Zeiten gebrauchte man sie größtentheilszum Einbalsamiren der Leichen in dem Morgenlande,dann zu Rauchwerken bei den Hebräern, Juden rc.zum Dienste des wahren Gottes, und bei den übrigenVölkern zu Opferungen bei ihrem Gottesdienste, undzu Firnissen, zur Färbekunst- und Malerei rc. Als nunspäterhin die Künste und Handwerke sich vervielfältig-ten, besonders aber die Arzneikunst eiue höhere Stufeerstieg, wurden auch die Specereien und Droguen im-mer mehr gesucht, ja sie drängten sich auch zum Theilin die Kochkunst, besonders bei dem Lupus der Perserund Römer. Von dieser Zeit ab wurden die Spece-reien und Droguen ein sehr gesuchter Handelsartikel,nach dem alle civllisirten Völker der alten Welt Ver-langen trugen. Ueberall im Morgenlande suchte man