L 16 Staatsschuld.
wollten im Opfern freiwilliger Gaben zum Besten desVaterlandes, ja daß sie sich hierin noch großmüthigerund heroischer als die Männer bewiesen haben sollen,welches in so fern nicht befremden kann, weil auch eineKönigin das Zepter führt. Bis zum 27sten Octoberwaren schon 10 Millionen Realen an freiwilligenBeiträgen eingegangen, und diese haben in kurzer Zeitso zugenommen, daß sie und die Loökaufungen vomMilitairdienste 200 Mill. Realen (beinahe 133,333Thaler) dem Schatze einbrachten. Der neue Ministerhat ferner sein ErsparungSsystem damit angefangen,an 700 bis 1000 Beamtenstellen eingehen zu lassen;auch glaubte er die Finanzen so leiten zu können, daßder Staat keine neue Anleihe zu machen würde nöthighaben. Was übrigens der neue Minister für eineFinanzoperation anzuwenden gedenkt, um die Finan-zen zu heben, und dem Staate Kredit und Ansehen zuverschaffen, ist bis jetzt noch ein Geheimniß. Es warim Vorschlage 5 bis 600 Millionen Realen Papier-geld anzufertigen und solches auf die Nationalgütec zuHypotheken; allein dieses Mittel möchte darum nichtausgeführt werden, weil die Spanier eine große Ab-neigung gegen alles Papiergeld haben; noch eherglaubte man, daß der Minister mit großen Engländi-sehen Kapitalisten sich verbinden würde, die 5 bis 660Millionen auf die Nationalgütec leihen und darübereine Art von Hypothekenscheine oder Pfandbriefeausfertigen sollen, weil durch diese Operation die Na-tionalgüter nicht verschleudert zu werden brauchen, daman nur darauf leihet, und daher den Verkauf zurAbtragung der Schuld ruhig abwarten kann. Auchwollte man wissen, daß der Minister alle Staatsein-künfte Spaniens auf zwölf Jahre für 500 MillionenFranken an Brittische Kapitalisten zu verpachten beab-sichtige. Die bis jetzt nicht Zinsen tragenden Papieresollen mit 5 Prozent verzinset werden, wodurch der