L34
Staatsschuld.
Karl dem Sechsten, nur 13 bis 14 Millionenbetragen haben sollen, welche Angabe aber unrichtigist; s. oben; und da der Kaiserliche Hofstaat vonjeher sehr glänzend war, so waren auch die Ausgabenden Einnahmen angemessen, ja oft überstiegen dieErsteren die Letzteren. Unter der Kaiserin MariaTheresia bestand der Hofstaat, außer den üblichenLeibgarden, aus 2400 hohen und niederen Personen,welche 3 Millionen 300,000 Gulden zu unterhaltenkosteten. Der Premierminister erhielt allein 60,000Gulden Gehalt, und 40,000 Gulden Tafelgelder.Die Pensionen betrugen 1 Million Gulden. Zu deradlichen Ungarischen Leibgarde zu Pferde, aus 60 Per-sonen bestehend, zahlte das Land allein 80,000 Gul-den. Die Opern und Schauspiele kosteten zusammen121,534 Gulden. Die Ausgaben für den Hofstaat,und dann für Militair und Civile betrugen im Jahre1783 gegen 84 Millionen Gulden. Die Schah-kammer an silbernen und goldenen Gerüchen, Dia-manten und andern Kleinodien wurde unter dem Kai-ser Joseph auf 22 Millionen Gulden geschätzt, dar-unter die Juwelen allein 12 Millionen betrugen. Diegeistliche Schatzkammer ward auf 5 Millionen ge-schätzt. — Die Einkünfte des Staats fließen: 1) ausder Grundsteuer; 2) aus der Steuer von Realitäten;3) aus der Steuer von öffentlichen FondSintereßenzu 10 vom Hundert; 4) aus der Klassensteuer; dannaus den Domainen und Regalien; die vornehmstendieser Letzteren sind das Berg-, Salz- und Münzre-gal, das Forst«, Jagd« und Wasserregal, das Zoll-und Mautregal, das Stempelregal, das Postregal, dieTabaks- und die Lotteriegefälle rc. Auch in neuesterZeit hat man keine genau specificirte Angaben derOesterreichischen Staatseinkünfte, daß sie aber seit demPariser Frieden und dem Wiener Congresse 1814ansehnlich zugenommen haben, ist gewiß, schon wegen