Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
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LS4 Staatsschuld.

rung der Finanzen erst in der neuern Zeit finden;denn in der älteren lag die Industrie darnieder, nurder Ackerbau, der Bergbau und der Handel warendie drei vorzüglichsten Zweige zur Belebung der gros.sen Staatsmaschine. Bis über die Mitte des achl-zehntenJahrhundertS hatte der Oesterreichische Staat,außer ein Paar Fabriken für Rechnung der Regierungund den Wollen- und Leinwandmanufakturen in Böh-men und Schlesien, welche daselbst, wie in Preußenund Sachsen, seit Jahrhunderten existiren, keine erheb-lichen Erzeugnisse der Industrie auszuweisen; dennfast Alles, was zum körperlichen und häuslichen Be-dürfnisse und zum Luxus gehörte, mußte aus fremdenLändern bezogen werden. Denkt man sich nun diePracht und den Glanz der am Kaiserlichen Hofe seitdem Kaiser Karl dem Fünften herrschte, also auchden Aufwand in fremden Fabrik- und Manufaktur-Produkten aller Art, wofür das Geld inS Auslandging, so wird man sich leicht den Ausfall in dem Na-tional Vermögen denken können. Erst unter der Kai-serin Maria Theresia fing die Erhebung der In-dustrie in den Kaiserlichen Landen an, wozu diese Für-stin selbst Alles aufbot, was zu diesem Zwecke nützlichseyn konnte, indem sie die Wollenzeugfabrik :u Linz,die Porzellanfabrik zu Wien, und die Spiegelfabrik zuNeuhaus mit vielen Aufopferungen in Schwungbrachte; allein sie konnte nur den Grund dazu legenund die Bahn eröffnen, ihrem Nachfolger die wei-tere Ausführung überlassend. „ Kaiser Josephder Zweite, sagt ein Schriftsteller, betrat nun dieBahn, die seine erhabene Mutter in der Industrie er-öffnet hatte, mit einer Wärme und einer Weisheit, de-ren erfolgreiche Wirkungen sein Andenken dem Lande,welches er beherrschte, auf immer unvergeßlich machen.Er munterte die Industrie auf alle Weise auf, unter.-stützte sie durch Geschenke und Darlehen, ertheilte